epa/Yahya Nemah

Zehntausende fliehen aus Maarat al-Numan

29.1.2020 21:55 Uhr

Laut den Vereinten Nationen sind nach den letzten Angriffen auf das letzte Rebellengebiet in Syrien zehntausende Menschen auf der Flucht. Seit Mitte Januar seien mehr als 38 000 Menschen vor Bombardierungen und Artillerieangriffen geflohen, teilte ein Sprecher des UN-Nothilfebüros Ocha am Mittwoch mit. Damit hätten in der Region seit Anfang Dezember fast 390 000 Menschen Reißaus genommen. Mehr als 80 Prozent dieser Vertriebenen seien Frauen und Kinder.

Syriens Regierungstruppen und Jets ihres Verbündeten Russland greifen immer wieder das letzte große Rebellengebiet im Nordwesten des Bürgerkriegslandes an. Russland hatte vor mehr als zwei Wochen eine Waffenruhe für die Region verkündet, dennoch gehen die Bombardierungen weiter. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Moskau am Mittwoch vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Die Türkei unterstützt in dem Konflikt die syrischen Rebellen.

Strategisch wichtige Stadt eingenommen

Syriens Armee bestätigte am Mittwoch, ihre Truppen hätten am Vortag die strategisch wichtigste Stadt Maarat al-Numan und umliegende Dörfer eingenommen. Diese Orte liegen an einer Hauptstraße, die die nordsyrische Großstadt Aleppo mit der Hauptstadt Damaskus verbindet.

Helfer beklagen schon seit langem eine dramatische humanitäre Lage, die durch die Wintertemperaturen verschärft wird. In der Region rund um Idlib leben den UN zufolge rund drei Millionen Zivilisten, mehr als die Hälfte davon Vertriebene. Es fehlt an Nahrung, menschenwürdigen Unterkünfte und medizinischer Versorgung. Etwa 2,7 Millionen Menschen sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Dominiert wird das Rebellengebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Syrien und Russland argumentieren, ihre Angriffe in der Region richteten sich gegen Terroristen.

(an/dpa)

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