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Zahlen und Fakten zur Frauen-WM in Frankreich

7.7.2019 13:46 Uhr

30 Tage lief die Frauen-WM in Frankreich. Auch wenn die Weltmeisterschaft für Deutschland nicht den gewünschten Erfolg brachte, so war die WM rückblickend ein Erfolg aus ganzer Linie. Nicht nur, dass der Frauen-Fußball voll im Trend liegt, sondern es gab jede Menge tolle Matches, viele, viele Rekorde und die WM machte Lust auf mehr. Noch ein Spiel - das Finale zwischen den USA und den Niederlanden - dann darf man sich auf einen neuen Event der Fußball-Frauen freuen.

Sportlich und gesellschaftspolitisch war die WM ein Meilenstein und setzte neue Maßstäbe im Frauenfußball.

TEILNEHMERFELD: Womöglich war es die letzte Frauen-WM mit 24 Mannschaften. FIFA-Chef Infantino strebt eine Aufstockung auf 32 Teams an - möglichst schon zur WM 2023. Wo diese stattfindet, soll im März 2020 in Amsterdam vom FIFA-Council (37 Mitglieder) entschieden werden. In der nächsten Council-Sitzung im Oktober 2019 in Shanghai müsste aber zunächst über eine Ausweitung abgestimmt werden. Stand heute gibt es neun Bewerber für die WM-Endrunde in vier Jahren - so viele wie nie zuvor. Süd- und Nordkorea wollen sie gemeinsam ausrichten. Das Interesse an der Gastgeberrolle haben auch Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Japan, Neuseeland und Südafrika bekundet. Bis zum 4. Oktober müssen die Länder beim Weltverband ihre Bewerbung offiziell einreichen.

PREISGELD: Für die Frauen-WM in Frankreich hatte die FIFA das Preisgeld auf 30 Millionen US-Dollar (rund 26,7 Millionen Euro) verdoppelt. Infantino kündigte an, dass der Weltverband 2023 noch einmal so viel - also 60 Millionen US-Dollar (rund 53,4 Millionen Euro) - Prämien ausschütten will. Erstmals erhielten die Teilnehmer auch Geld für die Turniervorbereitung, insgesamt 11,5 Millionen US-Dollar. Die Vereine wurden zum ersten Mal für die Abstellung von Spielerinnen entschädigt. Es sind auf den ersten Blick weitere Schritte zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Doch die Lücke ist noch groß und wird sogar noch größer. Denn auch die Männer-Prämien steigen weiter. 2018 in Russland erhielt Weltmeister Frankreich allein eine Prämie von 38 Millionen US-Dollar (damals 32,5 Millionen Euro). Die Gesamt-Prämien für die nächste Männer-WM in Katar 2022 sollen rund 440 Millionen US-Dollar betragen.

ZUSCHAUER: Die Gunst der Zuschauer hat eine neue Stufe erreicht. Laut FIFA haben bis Freitag auf allen TV-Kanälen und Plattformen mehr als 850 Millionen Menschen weltweit die WM-Spiele verfolgt. Inklusive des Final-Wochenendes werde die Rekordmarke von einer Milliarde Fans geknackt - das ist eine Verdopplung im Vergleich zur WM in Kanada vor vier Jahren. Die meisten Zuschauer lockte bisher das Viertelfinale zwischen Brasilien und Frankreich mit weltweit knapp 58,8 Millionen Zuschauern an - ein Allzeit-Rekord für ein Frauenfußballspiel. Die bisherige Bestmarke hielt das WM-Finale 2015 zwischen den USA und Japan (52,6 Millionen) in Vancouver. In vielen Ländern wie den USA, Frankreich, Brasilien, China, Italien, England oder den Niederlanden purzelten die TV-Quoten und Zuschauerrekorde nur so.

TICKETS: Insgesamt 1.163.000 Eintrittskarten wurden laut FIFA für die 52 Spiele verkauft bzw. zugeteilt. 75 Prozent der Tickets gingen an französische Zuschauer, gefolgt von den USA (15 Prozent), England und den Niederlanden (jeweils 3 Prozent).

VIDEOBEWEIS: Nach der WM-Premiere bei den Männern in Russland gab es auch bei der Frauen-WM erstmals den Videobeweis. Als Problem erwies sich die mangelnde Erfahrung vieler Schiedsrichterinnen mit der Technik, den zahlreichen Schulungen im Vorfeld zum Trotz. Absprache-Mängel zwischen den durchweg männlichen VAR (Video-Assistent-Referees) und den weiblichen Unparteiischen waren die Folge. Oft dauerten die Entscheidungen zu lange. Fazit: Der Videobeweis ist auch bei den viel schneller gewordenen Frauen-Spielen unerlässlich. Aber es gibt noch viel zu tun.

(ce/dpa)

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