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Zahl der Herz-OPs deutlich gestiegen

7.2.2019 13:33 Uhr

Die Zahl der Operationen am Herz in Deutschland ist bei älteren Patienten überproportional angestiegen. Gab es im Jahr 2000 rund 4225 Herz-Operationen bei Menschen über 80, waren es nach den jüngsten Zahlen für 2017 bereits 16.242 Eingriffe, heißt es im neuen Herzbericht 2018, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. In keiner anderen Altersgruppe haben sich die OP-Zahlen laut Bericht in diesem Ausmaß entwickelt.

Ärzte erklären sich den großen Zuwachs nicht allein mit der alternden Gesellschaft. Neben schonenderen Narkosen gebe es heute minimal-invasive Techniken und OP-Methoden ohne Brustkorb-Öffnung, sagte Wolfgang Harringer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Das verringere das Risiko. Die heutige Generation der über 80-Jährigen sei auch eine völlig andere. "Die Menschen sind durch die Bank fitter und aktiver."

Eine Folge des Wohlfahrtsstaats

Es sei etwas dran, dass in Deutschland zum Beispiel mehr Schrittmacher verpflanzt und mehr Stents eingesetzt würden als in anderen europäischen Ländern, ergänzte Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. "Es wird aber nicht zu viel operiert", betonte er. Die Entwicklung sei auch eine Folge des Wohlfahrtsstaats, der die Lebensqualität als Richtgröße mit in den Blick nehme. Operationen würden auch noch im hohen Alter ausgeführt, weil Patienten dann zum Beispiel weniger Brustschmerzen und Atemnot hätten - und dadurch mehr Bewegungsfreiheit.

Der Deutsche Herzbericht 2018 wird von der Deutschen Herzstiftung herausgegeben. Sie arbeitet dabei unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie zusammen.

(gi/dpa)