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Yildiz Kenter im Alter von 91 Jahren gestorben

18.11.2019 14:25 Uhr

Yildiz Kenter war eine Schauspiel- und Theater-Legende - nicht nur in der Türkei, sondern auf vielen Bühnen heimisch. Am Sonntagabend verstarb sie im Alter von 91 Jahren in einem Krankenhaus in Istanbul. Dort wurde die 91-Jährige wegen Lungenbeschwerden behandelt.

Wer war Yildiz Kenter?

Ayse Yildiz Kenter wurde am 11. Oktober in Istanbul geboren. Ihre Mutter, Nadide Kenter, stammte ursprünglich aus Großbritannien und hieß, bis sie die türkische Staatsbürgerschaft annahm, Olga Cynthia. Der Vater, Ahmet Naci Kenter, war ein türkischer Diplomat. Yildiz Kenter war erfolgreiche Hochschul-Absolventin des staatlichen Konservatoriums in Ankara, während ihrer Ausbildung konnte sie aufgrund ihrer außerordentlichen Leistungen sogar ein Lehrjahr überspringen. Insgesamt arbeitete sie elf Jahre am Staatstheater in Ankara.

Auf die Qualifizierung für das „Rockefeller Stipendium“ folgten Ausarbeitungen zu neuen Techniken für Darsteller und Schauspiellehrende im American Theatre Wing, im Neighbourhood Play House und im Actor's Studio bis sie schließlich am staatlichen Konservatorium in Ankara zur Dozentin ernannt wurde.

1959 verließ Yildiz Kenter das Staatstheater und arbeitete für ein Jahr mit Muhsin Ertugrul. Gemeinsam mit ihren Bruder Müsfik Kenter und ihrem Ehemann Sükran Güngör gründete sie eine Schauspieler-Vereinigung. In den späteren Jahren forschte und lehrte sie immer wieder in den USA und im Vereinigten Königreich zum Thema „Wechselnde Ausbildungsmethoden“ und „Schauspielmethoden“.

Frau des Jahres 1962

1962 wurde sie für ihre Verdienste als Schauspielerin zur Frau des Jahres gewählt, als Kinodarstellerin wurde sie fünf Mal mit dem türkischen Filmpreis Goldene Orange ausgezeichnet. Mit englisch- und türkischsprachigen Stücken stand sie auf den Bühnen der Welt in Deutschland, Niederlande, Kanada, Dänemark, Jugoslawien, Sowjetunion, Großbritannien, USA und Zypern.

1968 wurde der Bau der Kenter Schauspielschule in Istanbul fertiggestellt.

Über 100 Rollen hat sie gespielt, nahezu 100 Stücke aufgeführt. Darunter vieles von Shakespeare, Anton Pawlowitsch Tschechow, Brecht, Inoesco, Pinter, Albee, Tennessee Williams, Alan Ayckbourn, Arthur Miller, Brian Freil, Neil Simon, Athol Fugard, Sergey Kokovkin und türkischen Autoren wie Melih Cevdet Anday, Necati Cumali, Güner Sümer, Adalet Agaoglu, Zeki Özturanli, Güngör Dilmen, Muzaffer Izgü und weitere.

Auszeichnung über Auszeichnung

1984 ehrte die Italienische Kultur Vereinigung in Rom die Schauspielerin mit dem Preis „Adalaide Ristori“. Zu diesem Zeitpunkt war Prof. Yildiz Kenter bereits 37 Jahre Dozentin für Schauspiellehre.

1989 erhielt sie beim Korsika Bastia Film Festival die Auszeichnung als beste weibliche Darstellerin im Film Hanim. 1991 überreichte der Internationale Lions Club den „Melvin Jones“ Preis an Yildiz Kenter. Eine zweifache Auszeichnung mit dem „Ulvi Uraz Preis“, sowie drei Mal der „Avni Dilligil Preis“ folgten jeweils für ihre Leistungen als beste weibliche Darstellerin.

1994 zeichnete man sie für ihre Rolle als Fonsla im Film ‚Konken Party‘ mit dem Preis der besten Interpretation aus. Die finnländische Welt Frauen Vereinigung nannte sie unter den 100 erfolgreichen Frauen des Jahrhunderts. Das türkische Kulturministerium zeigte seine Anerkennung für Kenters Verdienste in der Kunst des Theaters und übergab ihr eine Ehrenplakette. Im selben Jahr sah man sie für den Mevlana Brüderlichkeits- und Freundschaftspreis vor.

Auch 1996 zeichnete man sie als Beste Darstellerin in ihrer Rolle Jülide des Theaterstücks Ramiz und Jülide aus, dieses Mal seitens des Boulevardzeitungen Verbands. Am 19. Mai 1997, während des Internationalen Istanbul Festivals wurde sie für ihr Lebenswerk geehrt, die bekannte britische Schauspielerin Diana Rigg überreichte Prof. Yildiz Kenter die Auszeichnung.

1998 schlossen sich drei weitere Auszeichnungen für die etablierte Schauspielerin und Dozentin an: Der Kunstverband Ankara überreichte ihr den Preis als Beste Darstellerin, den Präsidentschafts Kultur-und Kunst Preis bekam Prof. Kenter für ihre Verdienste in der Theaterkunst. In dem Stück „Möwe“ spielte sie die Rolle der Madame Arcandia, diese wurde 1999 mit dem Afife Theater Preis als Beste Darstellerin beehrt.

1965 heiratete sie ihren Ehemann Sükran Güngör, mit dem sie bis zu seinem Tod in 2002 zusammenblieb. Auch er war Theater- und Kinodarsteller. Aus dieser Ehe ging die gemeinsame Tochter Leyla hervor.

(be)

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