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Xanthos Mosaike Witterung schutzlos ausgeliefert

7.6.2019 13:16 Uhr, von Chris Ehrhardt

Die Mosaike in der antiken Stadt Xanthos in der südlichen Provinz Antalya sind ungeschützt. Die prächtigen Mosaike hatten während der Zeit des ehemaligen Präsidenten der Ausgrabungen eine wasserfeste Geotextilsperre erhalten. Aber in der Folge eines Erosionsprozesses sind die Mosaike jetzt den Elementen der Natur schutzlos ausgesetzt. Ohne die wasserdichte Schutzschicht zerbröckeln und verteilen sich kleine Mosaikstücke. Die Darstellungen auf dem Mosaik verschwinden allmählich.

Die antike Stadt Xanthos liegt in der Nähe des Dorfes Kinik und wurde 1988 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Von 1952 bis 2010 führten französische Archäologen Ausgrabungen an der Stätte durch. Seitdem hat Professor Burhan Varkivanc die Ausgrabungen überwacht. Xanthos war eines der größten Verwaltungszentren in Lykien. Die Legende besagt, dass die Frauen und Kinder der Stadt 545 v. Chr. verbrannt wurden, um die Gefangennahme durch die Perser zu verhindern. Die Männer kämpften anschließend, bis sie getötet wurden. Später stand die Stadt unter römischer Herrschaft und wurde nach den arabischen Überfällen im 7. Jahrhundert aufgegeben.

Weltkulturerbe von Xanthos der Nachwelt erhalten

Und mit dem Kulturschatz wird derzeit recht sorglos umgegangen. Besucher umrunden die prächtigen Mosaike am Fuße der Agora und die Tesserae – das sind die kleinen Steine, die letztlich das Mosaik verkörpern – werden dadurch beschädigt, wodurch die Mosaikabbildungen verloren gehen. Es gibt aktuell keine Schutzmaßnahme. Früher waren die Mosaike mit Geotextilien bedeckt - einem wasserbeständigen, aber atmungsaktiven Material, das die Temperatur ausgleicht - und sind nun ungeschützt freigelegt und kommen an die Oberfläche, wodurch die Mosaike zunehmend beschädigt werden.

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Die Mosaikstücke vermischen sich mit Geröll und beginnen zu verschwinden. Es gibt dort weder eine Absperrung noch ein Warnschild, um Menschen daran zu hindern, auf den Mosaiken zu gehen, um Abrieb zu verhindern. Einige Leute sagten sogar, dass sie Stücke der Tesserae als Andenken nahmen. Der frühere Grabungsleiter Professor Jacques des Courtils von der Universität Bordeaux sagte bei einem Treffen im Jahr 2009 Folgendes zu den Mosaiken: "Studien wurden durchgeführt, um die kleinen Teile der Mosaike zu erhalten, die sich an verschiedenen Stellen der Stadt befinden und dringend geschützt werden mussten. Diese Werke sollen von den Besuchern gesehen werden, anstatt die Mosaike zu bedecken. Die restaurierten Mosaike werden während der Tourismus-Saison ausgestellt und im Winter abgedeckt."

Wichtige Artefakte der Geschichte Lykiens

In fast 10 Jahren begann sich diese Abdeckung abzunutzen und konnte die darunter liegenden Mosaike nicht mehr schützen. Der Ausgrabungsleiter und das Kulturministerium sollten unverzüglich Maßnahmen für diese Situation in der antiken Stadt ergreifen, die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Die Überreste der antiken Stadt Xanthos wurden erstmals 1838 von Charles Fellows untersucht. Er verbrachte die wichtigen architektonischen Funde des Ortes nach London. All diese Werke sind heute im British Museum in London ausgestellt. Zu den wichtigsten Artefakten zählen der Pavaya-Sarkophag sowie die Monumente der Nereiden (Meeresnymphen) und Harpyien (Mischwesen mit einem Frauenkopf und einem Vogelkörper). Das Antakya Museum zeigt auch viele Artefakte aus der antiken Stadt.