dpa

Wollte Trump Julian Assange begnadigen?

20.2.2020 17:33 Uhr

Dana Rohrabacher, der ehemalige Abgeordnete des US-Kongresses hat Berichte zurückgewiesen, wonach er Wikileaks-Gründer Julian Assange im Auftrag von US-Präsident Donald Trump eine Begnadigung angeboten haben soll.

"Zu keinem Zeitpunkt habe ich Julian Assange etwas vom Präsidenten angeboten, weil ich mit dem Präsidenten überhaupt nicht über dieses Thema gesprochen hatte", hieß es in einer Mitteilung Rohrabachers vom Mittwochabend.

Rohrabacher teilte mit, bei einem Treffen in der ecuadorianischen Botschaft in London im August 2017 habe er Assange angeboten, sich bei Trump für eine Begnadigung einzusetzen, sollte der Wikileaks-Gründer ihm Informationen dazu geben, wie er in den Besitz von entwendeten E-Mails der Demokratischen Partei gelangt sei. "Zu keinem Zeitpunkt bot ich eine vom Präsidenten getroffene Vereinbarung an, noch sagte ich, dass ich den Präsidenten vertrete."

Konservative Verschwörungstheorien

Britische Medien hatten am Mittwoch berichtet, Assanges Anwalt Edward Fitzgerald habe ein Statement seiner Kollegin Jennifer Robinson erwähnt. Dort heiße es, Rohrabacher habe Assange im Auftrag Trumps eine Begnadigung angeboten, sollte der Wikileaks-Gründer sagen, dass Russland nichts mit den vom Server der Demokratischen Partei entwendeten Mails zu tun gehabt habe. Wikileaks hatte die Mails 2016 veröffentlicht.

In den USA kursiert in konservativen Kreisen und unter Republikanern eine Verschwörungstheorie, wonach hinter den ausländischen Einflussversuchen auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 nicht Russland steckte, sondern die Ukraine. Auch Trump selbst hat wiederholt diesen Verdacht geäußert. Für diese Theorie gibt es aber keine Belege.

Assange ist in Großbritannien inhaftiert. Die USA haben Assanges Auslieferung beantragt. Die Anhörung dazu beginnt am kommenden Montag in London. Die Vereinigten Staaten werfen Assange vor, der US-Whistleblowerin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dadurch wurden von US-Soldaten begangene Kriegsverbrechen bekannt. Es liegen 18 Anklagepunkte vor. Bei einer Verurteilung drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

(dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.