dpa

Wolfsburg und Bremen trennen sich 1:1

3.3.2019 20:18 Uhr

Wer in die internationalen Wettbewerbe in Fußball-Europa einziehen möchte, der sollte Nebenkriegsschauplätze möglichst vermeiden. Das hätte der Sportchef vom VfL Wolfsburg Jörg Schmadtke vielleicht beherzigen sollen, anstatt sich über sein "Nichtverhältnis" zu Trainer Bruno Labbadia in der Öffentlichkeit zu äußern. Das hat möglicherweise Strahlkraft aufs Team gehabt, das nun nur ein Remis gegen den Mitkonkurrenten Werder Bremen erreichte. Zwei Punkte daheim verdaddelt - das kann sich in der Endabrechnung bitter rächen. Vielleicht muss dann mal der Sportchef und nicht der Trainer gehen.

Am Ende einer turbulenten Woche, in der diverse Äußerungen auf eine Trennung nach dieser Saison sowie ein belastetes Verhältnis zwischen dem Trainer und dem Sportchef Jörg Schmadtke schließen lassen, spielte der Tabellensiebte nur 1:1 (0:0) gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen. John Anthony Brooks brachte den VfL in der 54. Minute per Kopf in Führung. Zwei Wolfsburger standen bei einem Freistoß von Maximilian Arnold im Abseits - nicht aber der 26 Jahre alte US-Nationalspieler. Werders Ausgleich fiel 20 Minuten später durch den früheren Wolfsburger Max Kruse (74.).

Wolfsburg mit der besseren Ausgangssituation

Ein Zusammenhang zwischen der Unruhe der vergangenen Tage und diesem für Wolfsburg enttäuschenden Ergebnis war jedoch vor 28.101 Zuschauern nicht zu erkennen. Denn der VfL war in diesem Nordderby die klar bessere Mannschaft. Unter dem Strich hilft ihm das Unentschieden sogar noch mehr als den lange Zeit schwachen Bremern. Denn Werder hat zehn Spieltage vor Schluss sechs Punkte Rückstand auf die angestrebten Europapokal-Plätze, während die "Wölfe" nur eine geringere Anzahl erzielter Tore vom sechsten Tabellenrang trennt.

Schmadtke und Labbadia waren vor dem Spiel bemüht, die Unruhe in Wolfsburg wieder einzufangen. Der Geschäftsführer entschuldigte sich sogar für seine öffentlichen Äußerungen über den Trainer. "Das hätte man anders händeln können, das tut mir auch leid", sagte Schmadtke in einem Sky-Interview. Inhaltlich bestätigte er jedoch noch einmal, was er bereits drei Tage zuvor der "Bild"-Zeitung gesagt hatte: "Wir haben kein freundschaftliches Verhältnis. Das ist aber auch nicht nötig. Das private Verhältnis spielt überhaupt keine Rolle, was irgendwelche Entscheidungen und die tägliche Arbeit angeht."

Bremen gleich die Wolfsburger Führung aus

Labbadias Vertrag mit dem VfL läuft nach dieser Saison aus, Gespräche über eine mögliche Verlängerung wollen beide Seiten wenn überhaupt erst im April führen. Ein Verbleib des 53-Jährigen ist trotz einer erfolgreichen Saison unwahrscheinlich, das können sich auch die Spieler schon länger zusammenreimen. Entsprechend unbeeindruckt von der Entwicklung der vergangenen Tage trat das Team dann auch auf. Obwohl Werder in der 9. Minute die erste Torchance durch Johannes Eggestein hatte, war Wolfsburg die deutlich druckvollere und aggressivere Mannschaft. Labbadia ließ Neuzugang Felix Klaus im Angriff und Admir Mehmedi direkt dahinter spielen. Alle Wolfsburger Offensivspieler waren flink auf den Beinen, wechselten ständig die Positionen und waren von den Bremern entsprechend schwer zu greifen.

Allerdings spielte sich der VfL zunächst kaum klare Torchancen heraus, weil immer ein Bremer im letzten Moment im Weg stand. In der 11. Minute prallte Mehmedi mit Torwart Jiri Pavlenka zusammen. In der 40. Minute wurde ein Schuss des Schweizers noch abgeblockt. Beide Teams mussten das Spiel danach gehandicapt fortsetzen. Werders Verteidiger Sebastian Langkamp musste bereits in der 42. Minute wegen einer Schulterverletzung vom Feld. Wolfsburgs Torwart Koen Casteels blieb in der Halbzeitpause wegen Sichtproblemen in der Kabine. Ersatzkeeper Pavao Pervan aus Österreich bekam nach der Pause aber auch nicht viel zu tun. Wolfsburg war weiter dominant. Der lange verletzte Klaus vergab in der 52. und 59. Minute zwei gute Chancen. Dazwischen traf Brooks trotz aller Bremer Proteste zum 1:0.

Werder tat erst danach etwas für dieses Spiel und hatte durch beide Eggestein-Brüder die Chance zum Ausgleich (57./72.). Auch Fanliebling Claudio Pizarro brachte ab der 68. Minute neuen Angriffsdruck ins Bremer Spiel. Mehr als das 1:1 hatte Werder aber nicht verdient.

(ce/dpa)

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