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Woche der Wahrheit für Besiktas

28.9.2019 13:03 Uhr, von Chris Ehrhardt

Neben dem Super-Kracher zwischen Galatasaray Istanbul und Fenerbahce Istanbul in der türkischen Süper Lig – dem Kontinental-Derby in Istanbul - hält der Ligabetrieb in der Türkei für das Wochenende ein weiteres Schmankerl bereit: Trabzonspor gegen Besiktas Istanbul. Und da stehen die Zeichen für die Schwarzen Adler vom Dolmabahce Palast auf Sturm, nachdem es wegen der anhaltenden Misserfolge bereits im Vereinsvorstand massiv gescheppert hat. Eine Niederlage gegen die Tiger von der Schwarzmeerküste könnte sogar den Trainer Abdullah Avci in Gefahr bringen.

Die aktuelle Situation für Besiktas Istanbul ist alles andere als rosig. Den Auftakt in der Europa League hat man mit einer Niederlage bei Bratislava gnadenlos vergeigt und in der Süper Lig liegt das Team vom Dolmabahce Palast ebenso weit hinter den Erwartungen zurück. Die Fans machen die Probleme an zwei Faktoren fest: Dem Vorstand und dem Trainer. Der Vorstand hat in der letzten Woche bereits die Segel gestrichen und für den Trainer Avci geht es gegen den Erzrivalen Trabzonspor an der Schwarzmeerküste bereits ums nackte Überleben. Darum gilt für die Adler und den Coach: Ein Sieg in Trabzon ist eigentlich Pflicht. Und das ist alles andere als leicht. Verliert man, wird die Luft für Trainer Abdullah Avci immer dünner.

Hat das "Avci-System" bei Besiktas versagt?

Wo liegt das Problem bei Besiktas? Es zeigt sich, dass mit dem bestehenden Team das "System Avci" nicht spielbar ist. Nun könnte man meinen, dann soll er doch einfach das System umstellen und auf das Team anpassen. Doch wie soll das gehen, wenn man als Coach nur ein System – das der Defensivausrichtung - beherrscht? Für das Avci-System muss die Verteidigung stehen wie eine Eins. Das klappt bei BJK nicht, denn man ist hinten oftmals offen wie ein Scheunentor. Dass die Adler keinen Treffer kassieren, ist eher die Ausnahme und dann der fehlenden Offensivstärke des Gegners geschuldet. Und nach vorne wird gegen Trabzonspor eher weniger an Betrieb sein, denn Adem Ljajic ist gesperrt – wie auch Mohamed Elneny. Das bedeutet, ein Sieg der Adler bei Trabzon, den es unbedingt braucht, um die Fans runterzukühlen, ist nicht wirklich wahrscheinlich.

Voraussichtliche Aufstellung von Besiktas:

Karius – Douglas, Gönül, Uysal, Erkin – Hutchinson, Toköz, Özyakup – N’Koudou, Yilmaz, Diaby

Trabzon mit personellen Ausfällen

Trabzonspor hat wie der Gegner hinten massive Probleme und konnte bisher die großen Erwartungen an die neue Saison nicht erfüllen. Hinten ist das Team von der Schwarzmeerküste extrem anfällig. Hinzu kommt, dass man den Kader geschrumpft hat. Das heißt, jede Verletzung oder Sperre schmerzt doppelt und dreifach. Gerade die Verletzungen von Caleb Ekuban und Abdülkadir Ömür werden Trainer Ünal Karaman Schweißperlen auf die Stirn treiben. Wer soll gegen den Schweizer Käse, der sich bei Besiktas Hintermannschaft nennt, nun die Buden machen oder das Spiel nach vorne antreiben? Schafft es Karaman, gegen den Erzrivalen vom Bosporus sein eigenes System so umzustellen, dass die Ausfälle kompensiert werden, man hinten den Stall dicht macht und doch nach vorne die Chancen nutzen kann, welche die Schwarzen Adler dem Gegner ermöglichen werden? Stellt Karaman um, wird er sich Defensiv ausrichten. Da das auch vom um seinen Job bangenden Avci zu erwarten steht, könnte es an der Schwarzmeerküste zu einer wahren Abwehrschlacht kommen, weil beide Trainer Punkte sammeln wollen und müssen.

Voraussichtliche Aufstellung von Trabzonspor:

Cakir – Pereira, Novak, Hosseini, Campi – Mikel, Sosa, Parmak – Avdijaj, Sörloth, Nwakaeme

Wird es wieder ein Remis zwischen Trabzonspor und Besiktas?

Wie wird das Spiel enden? Die Ausfälle bei Trabzon wirken sich stärker auf das Spielsystem aus, als dies bei BJK der Fall ist. Karaman wird umstellen müssen. Fraglich ist, kann sein Team das auch umsetzen. Trabzon hat den Vorteil, dass die eigenen Fans das Team gnadenlos über die volle Distanz nach vorne peitschen werden. Matches gegen Teams vom Bosporus sind eine Frage der Ehre. Zudem hat Karaman den Vorteil, als Coach hinsichtlich der Taktikkenntnisse nicht gar so schrecklich limitiert zu sein wie sein Gegenüber Avci. Schauen wir uns die Ausgangssituation unter der Prämisse an, käme ein Remis am Ende nicht wirklich überraschend. Dass Avci, unter dem die Adler bisher nur eine Pflichtpartie siegreich gestalten konnten, vom Defensiv-Gekicke auf "Hurra-Fußball" umstellt, um so die Ausfälle des Gegners gnadenlos auszunutzen, darf bezweifelt werden.

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