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WM 2022 in Katar - Erneute Kritik an Arbeitsbedingungen

5.2.2019 10:01 Uhr

In ihrem "Wirklichkeitscheck" kritisiert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) erneut die Arbeitsbedingungen ausländischer Arbeiter auf den Baustellen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

Die Kritik trübt im Emirat die Feierstimmung nach dem überraschenden Gewinn der Asien-Meisterschaft. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) monierte am Dienstag in einem neuen Report weiterhin bestehende Entrechtung von über zwei Millionen ausländischer Arbeiter durch das Kafala-System des Golf-Staats.

Ausbeutung immer noch an der Tagesordnung

Mit Blick auf 30.000 eingewanderte Beschäftigte auf WM-Baustellen, auf denen in den vergangenen Jahren mehrere ausländische Arbeiter zu Tode gekommen sind, sieht AI den Weltverband FIFA in einer "fortdauernden Verantwortung". In ihrem "Wirklichkeitscheck" gibt AI den Katarern für die Umsetzung angekündigter Reformen schlechte Noten.

"Die Zeit läuft ab, wenn die katarischen Behörden noch ein Vermächtnis der WM hinterlassen wollen, über das wir alle uns freuen können, nämlich ein System, das den Missbrauch und die schlimmen Bedingungen für ausländische Arbeiter beendet", warnte AI-Vertreter Stephen Cockburn: "Durch Lücken in den bisherigen Reformen sind viele Arbeiter immer noch Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt."

180 Euro im Monat

Katar hat in den vergangenen Jahren nach der internationalen Kritik an den Arbeitsbedingungen in seinem Land zögerlich Verbesserungen eingeleitet. Allerdings ist das Kafala-System, durch das ausländische Arbeiter ihre Pässe abgeben müssen und danach Katar nur noch mit Erlaubnis ihres Arbeitgebers verlassen dürfen, weiterhin noch nicht vollständig abgeschafft.

Als Mindestlohn gilt inzwischen eine monatliche Untergrenze von umgerechnet 180 Euro. Seit 2017 arbeitet Katars Regierung mit der internationalen Arbeiter-Vereinigung ILO zusammen.

(sis/afp)