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Wissenschaftler warnt vor Umwelt-Kollaps durch Corona-Pandemie

24.6.2020 13:20 Uhr

Achtlos weggeworfene Handschuhe und Gesichtsmasken: Lokman Hakan Tecer, Dekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Kemal-Universität in der nordwestlichen Provinz Tekirdag, ist davon überzeugt, dass der rücksichtslose Umgang mit den Corona-Schutzausrüstungen zum ernsten Problem für die Umwelt in der Türkei werden kann.

"Die Straßen sind jetzt voll von Gesichtsmasken, Handschuhen und infizierten Abfällen. Wir stehen vor einer großen Bedrohung, da sich die Natur so nicht mehr erholen kann", sagt der Wissenschaftler. In der Türkei herrscht derzeit in 52 von 81 Provinzen eine Masken-Pflicht.

"Wir brauchen spezielle Behälter"

Tecer fordert die Bevölkerung eindringlich auf, die Umwelt sauber zu halten und hofft auf Unterstützung durch die Politik. "Abgesehen von den Abfalleimern brauchen wir auf jeder Straße spezielle Behälter, in die wir gebrauchte Schutzmasken und Handschuhe hineinwerfen können."

Überhaupt habe sich der Umgang mit Kunststoff in der Türkei seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie verändert, so Tecer. Plastiktüten werden wieder häufiger benutzt und Cafés sowie Restaurants setzen immer häufiger auf Einmal-Geschirr. Dies belaste die Umwelt zusätzlich.

Zu viel Chemie im Abwasser

Doch nicht nur das Plastik, auch die Desinfektionsmittel stellen laut des Wissenschaftlers ein Problem da. "Früher oder später werden diese chemischen Substanzen im Abwasser und dann in den Flüssen oder im Meer landen", befürchtet Tecer. Er rät den Gemeinden, das Abwasser noch intensiver zu reinigen als bisher.

(bl)

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