Hürriyet

Wissenschaftler aus der Türkei stellt künstliche Muskeln her

7.8.2020 12:02 Uhr

Es ist ein Projekt, das weltweit große Beachtung findet: Mehrere Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA erforschen die Herstellung künstlicher Muskeln, die zu einer deutlichen Verbesserung von Wirbelsäulenerkrankungen führen sollen. Mit dabei ist auch Mehmet Kanik aus der Türkei. Die ersten Ergebnisse des Projekts wurden vor wenigen Tagen in der renommierten US-Wissenschaftszeitung "Science" vorgestellt.

"Wir haben ein Muskel-Implantat geschaffen, das genügend Kraft entwickeln kann, um die Wirbelsäule mit der aus der Körperwärme gewonnen Energie zu stützen. Das Implantat hilft Patienten auch, in der Wirbelsäule flexibel zu bleiben“, sagte Kanik. "Unser Ziel ist es, dass sich unsere künstlichen Muskeln nahtlos in die harmonischen Funktionen der organischen Muskeln einfügen."

Niedrige Produktionskosten

Die künstlichen Muskeln würden aus synthetischem Polymer-Fasern hergestellt und besäßen eine sehr gute Bewegungs- und Belastungsfähigkeit, erklärte der türkische Wissenschaftler weiter. Zudem seien sie schnell, in großen Mengen und vor allem zu niedrigen Kosten herzustellen. "Wir arbeiten gerade an einem Verfahren zur Massenproduktion", so Kanik.

In dem Zusammenhang betonte er, dass herkömmliche Behandlungen von Wirbelsäulenerkrankungen noch immer sehr teuer seien. "Eine vordere Operation der Halswirbelsäule kann in den USA zwischen 65.000 (rund 60.000 Euro) und 100.000 Dollar (84.400 Euro) kosten. Jedes Jahr werden in den USA mindestens zehn Millionen Dollar für Wirbelsäulenoperationen bezahlt. Durch unsere Implantate könnten die Kosten bis um die Hälfte gesenkt werden“, ist Kanik überzeugt. Anfragen aus der medizinischen Industrie würde es bereits geben, so der Wissenschaftler.

(bl)

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