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Wird Uber in der Türkei wieder erlaubt?

8.1.2019 11:33 Uhr

Könnte Uber in der Türkei bald wieder erlaubt werden? Der Parlamentssprecher, ehemalige Ministerpräsident und Bürgermeisterkandidat für Istanbul Binali Yıldırım sagte, das türkische Verbot der Mitfahrzentrale Uber könne "überprüft werden, wenn die erforderlichen Anpassungen vorgenommen werden."

Yıldırım, der Bürgermeisterkandidat der Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) für die Kommunalwahlen vom 31. März, sprach bei seinem Treffen mit einer Gruppe von Journalisten in der größten Stadt der Türkei am 7. Januar über das anhaltende Uber-Verbot.

Taxis "Spiegel der Stadt"?

„Taxis sind die Spiegel unserer Stadt. Sie sollten in Bezug auf Bildungs- und Sicherheitsfragen überprüft werden. Uber dagegen ist ein technologischer Vorteil. [Das Verbot] kann überprüft werden, wenn erforderliche Anpassungen vorgenommen werden “, sagte er.

Yıldırım fügte hinzu, er habe in den achtziger Jahren in Istanbul zwei Taxis betrieben, verkaufte sie jedoch nach vier Monaten, nachdem er festgestellt hatte, dass „das Geschäft nichts für mich war“.

Uber-Verbot nach gewalttätigen Übergriffen auf Uber-Fahrer

Nach einer Reihe gewalttätiger Übergriffe von Taxifahrern auf Uber-Fahrer hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Juni interveniert und damit das Ende von Uber in der Türkei angekündigt. „Das Geschäft ist jetzt vorbei. So etwas gibt es nicht mehr «, hatte er gesagt.

Auch der damalige Premierminister Yıldırım unterstützte die Taxifahrer und sagte, der Uber-Streit sei „beendet“ und es sei die Aufgabe der Regierung, das Netzwerk der Mitfahrgelegenheits-App zu entfernen. Seitdem ist die Zahl der Uber-Autos in Istanbul erheblich zurückgegangen, da die Behörden angefangen haben, sowohl für Fahrer als auch für Passagiere hohe Geldbußen zu verhängen.

Beschwerden gegen Taxifahrer in Rekordhöhe

Inzwischen schossen Kundenbeschwerden gegen Taxifahrer, insbesondere in Istanbul, in die Höhe. Die Hauptgründe für die Beschwerden sind die Weigerungen der Taxifahrer, zu kurze, aber auch zu lange Strecken zu fahren. In Istanbul ist es häufig so, dass Taxifahrer sich scheuen, von der europäischen Seite auf die asiatische zu wechseln – weil dann häufig kein Rückfahrt-Passagier gefunden wird und sie "leer" zurückfahren müssen. Auch kurze Strecken – vor allem während der Stoßzeiten – werden von Taxifahrern oft abgelehnt, obwohl eine Mitnahmepflicht besteht. Dazu kommen noch die Versuche, über Umwege mehr Geld abzukassieren.

Elektronische Quittungen für Uber?

Im September wurden Gerüchte laut, dass Uber bald legalisiert werden könnte, nachdem die Mitfahrgelegenheits-App angekündigt hatte, dass türkische Benutzer ihres UberXL-Dienstes nun offizielle elektronische Quittungen erhalten können.

Auf die Frage eines türkischen Twitter-Benutzers, ob der E-Beleg vom türkischen Finanzministerium genehmigt werden sollte, reagierte das Unternehmen positiv. Trotz Gerüchten in den sozialen Medien war nicht klar, ob die Entscheidung von Uber Teil einer größeren Initiative war, die die Aktivitäten des Unternehmens in der Türkei legalisieren würde.

(be/hdner)