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Wird die türkische Regierung Obst und Gemüse verkaufen?

8.2.2019 18:58 Uhr

Angesichts der rasanten Verteuerung von Lebensmitteln in der Türkei will die Regierung Obst und Gemüse zu niedrigen Preisen direkt an die Bürger verkaufen.

Während einer Wahlkampfrede in Sivas in der Zentraltürkei sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag, "das Finanzministerium, das Handelsministerium und das Landwirtschaftsministerium" hätten bereits begonnen. Am Vortag hatte Wirtschaftsminister Berat Albayrak Medien zufolge gesagt: "Wir werden zusammen mit den Gemeinden Gemüse und Obst von der Quelle kaufen und in den Großstädten zum Einkaufspreis anbieten." Zuvor hatte er von "Lebensmittel-Terrorismus" gesprochen.

Kann die Regierung den Preisanpassungen entgegenwirken?

Die türkische Küche verwendet gerne und viel Gemüse. In der vergangenen Woche hatten Medien berichtet, dass manche Händler inzwischen auf den Verkauf von Auberginen und Paprika verzichteten, weil sie zu teuer seien und in strukturschwächeren Regionen keine Abnehmer fänden. Das Thema der Obst- und Gemüsepreise mutiert zu einem Politikum, denn am 31. März stehen in der Türkei Kommunalwahlen an.

Analysten zufolge könnten die aktuelle wirtschaftliche Lage und die steigenden Preise der regierenden AK-Partei von Präsident Erdogan schlechtere Wahlergebnisse bescheren. Die Jahresteuerung lag jüngst bei 20,35 Prozent. Vor allem Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke haben preislich angezogen. Im Januar 2019 kosteten Produkte aus dieser Kategorie 30,97 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Bei Paprika waren es laut dem türkischen Statistik-Institut TÜIK rund 88 Prozent mehr, bei Auberginen rund 81 Prozent.

(dpa)