dpa

Wieder Demonstrationen, Krawalle und Polizeigewalt

13.10.2019 17:07 Uhr

Auch nach vier Monaten ist es bei Demonstrationen in Hongkong wieder zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Die Sonderverwaltungszone kommt nicht zur Ruhe.

Demonstranten versammelten sich am Samstag an verschiedenen Orten in der chinesischen Sonderverwaltungszone, um gegen die Regierung zu protestieren.

Die Rede war unter den Protestlern von einer "Guerillataktik", weil es keinen zentralen Marsch gab, sondern sich kleine Gruppen an ganz unterschiedlichen Orten versammelten. So sollte es der Polizei erschwert werden, die Proteste aufzulösen.

Zusammenstöße zwischen radikalen Aktivisten und Sicherheitskräften

Radikale Aktivisten warfen Scheiben ein und verwüsteten Geschäfte und Restaurants. Geldautomaten und der Eingangsbereich einer Filiale der Bank of China wurden in Brand gesetzt. Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete, wurde einem Polizisten von einem Angreifer in den Hals gestochen; er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Demnach griffen Demonstranten zudem einen weiteren Mann in einem schwarzen T-Shirt an, weil sie ihn für einen Zivilpolizisten hielten. Die Polizei setzte Tränengas ein und machte Festnahmen.

"Glory to Hongkong"

An vielen Orten wurde aber auch friedlich demonstriert. Demonstranten trafen sich in Einkaufszentren und sangen gemeinsam die Protesthymne "Glory to Hongkong". Trotz eines in der vergangenen Woche verhängten Vermummungsverbots trugen viele von ihnen Gesichtsmasken, um so ihre Identität zu schützen und gleichzeitig gegen das Verbot zu protestieren.

Zuvor hatte es auch am Samstag Proteste in der Stadt gegeben. Insgesamt gingen laut Beobachtern aber weniger Menschen auf die Straße als an den Wochenenden zuvor, als es zu teils heftigen Kämpfen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen war.

Proteste seit Juni

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Massenprotesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem Teil der Demonstranten und der Polizei enden. Die Protestbewegung befürchtet einen zunehmenden Einfluss Chinas auf Hongkong.

<p style="background'>Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

(be/dpa)

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