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Wie Zweifel an der Cybersecurity die Online-Präsenz der Banken beeinflussen

9.10.2019 14:24 Uhr

Die Welt wird immer digitaler und mobiler, soviel ist klar. Durch die zunehmende Präsenz verschiedenster Online-Angebote werden jedoch auch Gefahren geschaffen, die zuvor nicht bestanden. Dabei geht es insbesondere um die Cybersecurity. Wir werfen einen Blick darauf, wie Banken von potenziellen Gefahren beeinflusst werden und welche Auswirkungen auf die Online-Präsenz sich feststellen lassen.

Ernsthafte Bedrohungen erfordern Orientierung an der Zeit

Durch Netzwerktechnologien erfuhr die Welt ihren vielleicht größten Wandel aller Zeiten. Die verschiedensten technologischen Möglichkeiten sind schier endlos und werden immer weiterentwickelt. Auf diesen Online-Zug sprangen auch die Banken auf, die mit ihren Online- und Mobile-Banking-Services ein nützliches Produkt anbieten, auf das sich die Kunden im Normalfall verlassen können. Doch immer wieder bergen die Entwicklungen bei inkorrekter Handhabung auch Sicherheitsrisiken. Online-Security ist der wichtigste Schlüssel, wenn es online um Geld geht - sei es bei Banken oder eWallets. Ohne die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ist es unmöglich, die Früchte der Entwicklung zu ernten. Genau deshalb investiert der Finanzsektor viel in die Cybersecurity. Es ist wichtig, sich hinsichtlich der Sicherheit stets an dem aktuellen Standard zu orientieren, da ein Stillstand im Internet nicht vorhanden ist. Die potenziellen Bedrohungen entwickeln sich stets weiter und stellen die IT vor große, ernsthafte Herausforderungen.

Doch bei Cyber-Bedrohungen handelt es sich nicht nur um reine technologische Probleme. Sie können vor allem auch durch Menschen selbst verstärkt werden, die sich der Gefahren bei der täglichen Nutzung des Internets nicht bewusst sind. Diese können völlig unterschiedlich aussehen und beinhalten zum Beispiel schwache Passwort-Richtlinien. Auch ein Mangel an der sogenannten User Privilege Segregation kann zu Sicherheitslücken führen. Fehlende Transaktionskontrollen, inadäquate Zugangskontrollen sowie Versäumnisse bei der User-Kontrolle bzw. -Verifizierung sorgen für weitere potenzielle Risiken. Organisationen sollten stets für die Sicherstellung jener Details sorgen, damit keine Zugangsdaten an unbeteiligte Personen gelangen können. Genau hier fangen schließlich die Probleme an, ob das nun bei Banken oder anderen Unternehmen der Fall ist. Der Nutzer ist vor allem auch eigenverantwortlich dafür, für Prävention und Erkennung zu sorgen, zum Beispiel durch den Abgleich der getätigten Aktivitäten.

Wieder steigende Schäden durch Cyberkriminalität

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Während die Cyberkriminalität in Deutschland seit dem Höhepunkt im Jahr 2011 lange Zeit rückläufig war, ließ sich in den Jahren 2016 und 2017 wieder erstmals ein merklicher Anstieg in den Statistiken feststellen. So ergab die Befragung des Instituts Statista einen geschätzten Schaden von 71,8 Millionen Euro. Nachdem die Zahl zuvor recht konstant um 40 Millionen Euro gependelt hatte, waren die Anstiege um über 11 Millionen Euro (2016) und dann über weitere 20 Millionen Euro (2017) kritisch zu betrachten und unterstrichen die Tatsache, dass sich Gefahren rapide weiterentwickeln können. Es handelt sich bei den 2017-er Zahlen um die aktuellsten Statistiken hinsichtlich der Thematik. In demselben Jahr befragte die gleiche Website Unternehmen in ausgewählten Ländern wie Deutschland und den Niederlanden. Das Ergebnis zeigte, dass 32 % aller Befragten angaben, zumindest einmal das Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Immerhin 10 % der Unternehmen wurden gar viermal über das Internet attackiert.

Um zu verhindern, beim eigenen Online-Banking Teil einer Betrugsmasche zu werden, ist es wichtig, zu verstehen, wie es zu dieser kommt. Angreifer haben das Ziel, den Nutzer auf eine gefälschte, auf den ersten Blick gleich aussehende Bank-Website zu locken. Das Vorhaben nennt sich Phishing und soll die Daten des Bankkontonutzers im wahrsten Sinne des Wortes „abfischen". Die Bank warnt davor selbstverständlich, doch kann den Kunden auch nicht zwingen, die korrekte Seite aufzurufen. Deshalb sollte letzterer stets darauf achten, dass die originale Website mit dem Kürzel „https" beginnt. Des Weiteren wird ein grünes Schloss-Symbol eingesetzt, welches die Sicherheit der vorliegenden Website symbolisieren soll. Beim Klick auf jenes Symbol erhält der Nutzer alle weiteren Informationen zur Verbindung (256-Bit-Schlüssel) und kann erkennen, welches Unternehmen die Seite betreibt. Zusätzlich sind Virenschutzprogramme vonnöten, die neben dem gesunden Menschenverstand zusätzlichen Schutz auffahren.

Was tun andere Unternehmen, die mit Geldkonten arbeiten?

Herkömmliche Banken sind seit langer Zeit nicht mehr die einzigen, die mit den Geldern ihrer Kunden arbeiten. Längst werden viele weitere Plattformen eingesetzt und angeboten, um das Guthaben der Menschen auf verschiedene Art und Weisen zu managen. Dazu gehört für viele heutzutage die iGaming-Industrie, in welcher online mit realem Geld Mini- bzw. Casinogames gespielt wird. Dadurch tragen insbesondere etablierte Unternehmen wie Betway, welches 2006 gegründet wurde, große Verantwortung, korrekt mit dem Guthaben ihrer Kunden umzugehen. Beim Blick auf die Homepage dieses Anbieters findet man abermals ein grünes Schloss in der URL-Leiste. Die gesicherte Verbindung erfolgt über einen 128-Bit-Schlüssel. Entsprechende Websites sind ebenfalls ein beliebtes Ziel für Angriffe, da sie mit teils hohen Geldsummen wirtschaften.

Noch mehr ist dies bei eWallets wie Paypal der Fall. Das Unternehmen bietet ebenfalls eine gesicherte Verbindung inklusive „https", setzt aber ebenso ein Tool namens Käuferschutz ein. Dieses schützt in vielseitiger Art und Weise vor Betrug. Stimmt der erhaltene Artikel beispielsweise nicht mit dem bestellten überein, wird der Paypal-Käuferschutz aktiv und erstattet den Betrag zurück. Dasselbe gilt bei unbefugtem Zugriff auf das jeweilige persönliche eWallet-Konto. Die verschiedenen Anbieter legen viel Wert auf die Sicherheit ihrer Kunden, sind sie sich doch der Schwierigkeiten der Cybersecurity bewusst. Es muss lediglich Paypal kontaktiert werden, um das Problem gemeinsam zu lösen.

Geldbeträge in verschiedenen Höhen muss auch iTunes bewältigen. Die Multimedia-Plattform von Apple dient Nutzern dazu, neue Musik, Filme, Hörbücher oder Podcasts zu kaufen bzw. aufzurufen. Neben den üblichen Zahlungsmethoden lassen sich die Nutzerkonten auch per Guthabenkarte - erhältlich in Supermärkten, Tankstellen und Co. - aufladen. Entsprechend groß sind bei einem Namen wie Apple auch die Sicherheitsvorkehrungen, um keine Lecks bei den Nutzerdaten zu produzieren. Das US-Unternehmen nutzt Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das bedeutet, dass Nutzer die Aktivierung des iTunes-Accounts einmal, oder beim Wunsch nach zusätzlicher Sicherheit auch mehrfach, über einen Mac bestätigen müssen. Somit ist selbst bei einem Verlust des Geräts ausgeschlossen, dass es zum unerlaubten Zugriff auf das eigene Guthaben kommt.

Dies sind nur einige Beispiele, die unterstreichen, wie es um die Sicherheit mit dem eigenen Geld in der Online-Welt bestellt ist. Grundsätzlich gilt es, stets den eigenen Verstand einzusetzen, statt vermeintlich glaubwürdigen Websites zu folgen. Ist etwas seriös, wird dies auch so erscheinen.

(Hürriyet.de)

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