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Wie war die Wochen-Performance der Türkischen Lira

1.3.2020 9:25 Uhr

Seit Beginn der Woche befand sich die volatile Türkische Lira in einer Stresssituation. Im Vergleich zum Euro stand die türkische Währung bei 6,59 TL, bevor die Abwärtsspirale aufgrund der aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit Grenzschließungen wegen des Coronavirus, der wirtschaftlichen Beeinträchtigung aus Angst vor einer Pandemie und der Eskalation der Syrien-Krise begann.

Im Wochenverlauf zog die Lira dann immer weiter nach unten. Zum Wochenschluss am Freitag wurde zwischenzeitlich ein Tiefstand von mehr als 6,91 TL zum Euro erreicht, das Sorgen aufkommen ließ, man könne an der 7,02 TL aus Mai 2019 kratzen. Zum Abschluss beruhigte sich die Situation mit einem Abschlusskurs von 6,8826 wieder etwas und das nicht zuletzt auch durch die Aussagen der EU, der UN, der NATO sowie den USA, die unisono die Luftschläge verurteilten, bei denen mehr als 30 türkische Soldaten ihr Leben verloren hatten und fast 40 Mehmetcik verletzt wurden.

Wochenendgeschehen wird den Kurs massiv beeinflussen

Beim US-Dollar sah die Situation nicht wesentlich anders aus. Die Woche startete mit entspannten 6,05 TL für den Dollar. Im weiteren Verlauf wurde dann ein Jahres-Rekord geschrieben, als die Lira sich bei 6,2567 einsortierte. Nach dem Minusrekord im 52-Wochenverlauf beruhigte sich auch hier die Lage wieder und die Lira schloss zum Wochenende mit 6,2407 TL für den US-Dollar.

Was wird die kommende Woche für die Türkische Lira bringen? Da gibt es einige Faktoren, die von entscheidender Bedeutung sein werden. Zuerst muss man abwarten, wie die EU-Länder darauf reagieren, dass die Türkei die Grenzen für Flüchtlinge in die EU geöffnet hat. Das wird wegen des bestehenden Flüchtlingsdeals wenig Begeisterung hervorrufen und es droht bei der EU-Außenminister-Konferenz am Donnerstag Ungemach. Auch die Tatsache, dass Turkish Airlines den Flugverkehr in den Irak, nach Italien und nach Südkorea rapide runtergefahren hat, könnte Kursauswirkungen haben.

Zudem wird der Devisenmarkt weiter nachhaltig vom Coronavirus beeinträchtigt und auch die Lage in Syrien ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die kurzfristige Kursentwicklung. Schaffen es die Türkei und Russland doch noch, am bilateralen Verhandlungstisch bezüglich des Vorgehens in Idlib auf Entscheiderebene Einigkeit zu erzielen, wäre das eine Entlastung für den Druck auf die Lira. Klappt das nicht, könnte sich der Negativtrend fortsetzen.

(Hürriyet.de)

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