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Wie ist die aktuelle Rechtslage zu CBD in der Türkei?

6.1.2021 9:40 Uhr

Andere Länder, andere Sitten. Vor allem aber auch andere Gesetze. Nicht alles, was in Deutschland erlaubt oder verboten ist, gilt gleichermaßen auch für andere Länder wie die Türkei. Auch beim Umgang mit Cannabis fährt das Land eine etwas andere Linie als Deutschland. Deshalb ist es wichtig, genau zu wissen, was legal ist, um nicht wegen einer Unachtsamkeit hinter Gittern zu landen. Die wichtigsten Antworten auf die drängendsten Fragen zum Thema gibt es deshalb hier.

Ist Cannabis in der Türkei legal?

Der Besitz und der Kauf von Cannabis sind in der Türkei nicht legal. Wer dabei erwischt wird, kann gemäß den aktuellen türkischen Gesetzen zu einer Freiheitsstrafe von zwei bis fünf Jahren verurteilt werden.

Die Täter haben dabei die Möglichkeit, sich anstelle einer Strafe in Behandlung eines Arztes zu begeben. Als Alternative zur Haftstrafe gibt es auch die Möglichkeit zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe. Wer allerdings in diesem Zeitraum noch einmal mit Cannabis erwischt wird beziehungsweise die Bewährungsauflagen nicht einhält oder eine ärztliche Behandlung verweigert, muss dann auf jeden Fall mit einer entsprechenden Freiheitsstrafe rechnen.

Wesentlich härter sind die Strafen beim Handel mit Cannabis. Der Verkauf und die Verbreitung von Cannabis innerhalb der Türkei wird mit einer Gefängnisstrafe von 10 bis 15 Jahren geahndet. Die Einfuhr beziehungsweise die Ausfuhr von Cannabis kann eine Freiheitsstrafe von 20 bis 30 Jahren nach sich ziehen. Als Drehscheibe zwischen Nahen Osten und Europa steht die Türkei hier besonders unter Druck und versucht deshalb, mit diesen harten Strafen den Handel zu unterbinden.

Betrifft das Verbot auch Produkte, die kein oder nur wenig THC enthalten?

Grundsätzlich ist der medizinische Einsatz von Cannabis in der Türkei erlaubt. Unter anderem ist CBD-Öl auch in einigen Apotheken des Landes erhältlich und wird auch von Ärzten verschrieben. Insofern ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Cannabis-Produkte in der Türkei erlaubt sind, wenn der THC-Gehalt dabei unter 0,2 Prozent liegt.

In vielen Provinzen der Türkei wurde der Anbau von Cannabis mittlerweile legalisiert. Allerdings sind diese Farmen in den insgesamt 19 Provinzen staatlich kontrolliert und die autorisierten Landwirte haben nach der Ernte dafür Sorge zu tragen, dass die Pflanze nicht als psychoaktive Droge verkauft und verwendet werden kann. Alle entsprechenden Teile der Pflanze müssen aus diesem Grund beseitigt werden.

Das Bestreben des Landes und seines Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der Anbau von industriellem Hanf, um die Wirtschaft anzukurbeln und so mittelfristig dazu beizutragen, zumindest einen Teil der hohen Auslandsschulden abzubauen.

Der Anbau von Cannabis für den Eigenbedarf in den eigenen vier Wänden ist hingegen streng illegal. Nach türkischem Recht ist es darüber hinaus auch nicht erlaubt, Cannabis-Samen per Post in die Türkei zu schicken und dort zu verkaufen.

Wie ist die Situation bei medizinischem Cannabis in der Türkei?

Der medizinische Einsatz von Cannabis ist in der Türkei erlaubt. Voraussetzung dafür ist jedoch, ein Rezept eines registrierten Arztes zu haben. Den Apotheken ist es gestattet, Produkte aus dem Ausland zu bestellen. Dabei sind auch CBD-Öle weit verbreitet.

Auch Touristen können diese Produkte in der Türkei kaufen. Allerdings ist es nicht möglich, diese Produkte so wie hierzulande in Drogeriemärkten zu erwerben. Auch für sie ist die entsprechende Verordnung eines Mediziners Grundvoraussetzung für den Erwerb.

Nicht ganz eindeutig ist die Gesetzeslage, was die Einfuhr von CBD-Öl in die Türkei betrifft. Deshalb ist es aktuell keine gute Idee, seine eigenen CBD-Produkte einzupacken und einfach in den Urlaub mitzunehmen. Die Gefahr, dabei ertappt zu werden und gegen ein entsprechendes Gesetz zu verstoßen, ist einfach zu groß.

Doch auch die Produkte, die in den türkischen Apotheken verkauft werden, stammen zumindest teilweise aus dem Ausland. Dabei handelt es sich unter anderem um genau jene Marken wie beispielsweise Hanfosan, Hempamed, Naturecan, CBD-Vital oder Nordic Oil, die bei einem CBD Öl Preisvergleich auch hierzulande stets die vordersten Plätze belegen.

CBD-Öl kann in türkischen Apotheken nach Vorweis eines entsprechenden Rezeptes erworben werden. Bildquelle: Pixabay.com / Erin Hinterland

Welche Alternativen zu CBD gibt es für den Urlaub in der Türkei?

Je nach Wirkung ist es sinnvoll, für die Zeit des Urlaubs auf unterschiedliche Heilmittel in Form von Kapseln, Tropfen oder Tee zurückzugreifen.

Wer das CBD-Öl beispielsweise aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften oder aufgrund von oftmaligen Stimmungsschwankungen einnimmt, kann alternativ dazu auch auf Johanniskraut zurückgreifen. Dabei handelt es sich um ein in Europa weit verbreitetes Strauchkraut, das seit Jahrhunderten zur Behandlung einer Vielzahl an Erkrankungen eingesetzt wird. Zu beachten sind dabei jedoch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

5-HTP ist ein Stoff, den der Körper aus der Aminosäure L-Tryptophan herstellt. Er kann dazu beitragen, den Serotoninspiegel im Gehirn zu erhöhen. Deshalb wird er auch gerne zur Behandlung von Schlafstörungen oder bei einem prämenstruellen Syndrom eingesetzt. Es sollte allerdings nicht mit Antidepressiva kombiniert werden.

Auf zahlreichen Märkten in der Türkei ist darüber hinaus Safran erhältlich. Dieses seltene Gewürz kann unter anderem dabei helfen, die Verdauung zu stärken, die Stimmung zu verbessern und die Entspannung zu fördern. Obwohl das Gewürz bereits seit Jahrhunderten in der Medizin zum Einsatz kommt, gibt es jedoch nur wenig Forschungsergebnisse zum Thema, die diese Wirkungen auch tatsächlich belegen.

Johanniskraut ist aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften sehr beliebt. Bildquelle: Pixabay.com / Didgeman

Ist es realistisch, dass Cannabis in näherer Zukunft in der Türkei legalisiert wird?

Obwohl die Entscheidung von Präsident Erdogan, die Industriehanfproduktion zu legalisieren, eine echte Wende in der Politik des Landes darstellt, ist nicht zu erwarten, dass die Gesetze zu Cannabis auch insgesamt gelockert werden. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Cannabis in der Türkei in den nächsten Jahren entkriminalisiert wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Die rechtliche Situation im Land ändert sich laufend und ist vor allem von Fall zu Fall anders zu beurteilen. Im Anlassfall ist es deshalb ratsam, sich entsprechenden juristischen Rat beispielsweise von einem Anwalt oder der türkischen Botschaft einzuholen.

(Hürriyet.de)

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