imago images / Beautiful Sports

Wie der SC Freiburg das Etablissement aufmischt

29.10.2019 16:54 Uhr

Wer am Samstagabend des 9. Spieltags auf die Bundesliga-Tabelle blickte, fand dort eine große Überraschung recht weit oben. Der Mittelfeldklub und chronische Abstiegskandidat SC Freiburg ist auf einmal ganz oben dabei und befindet sich nur dank Manuel Neuers Elfmeterparade gegen Union Berlin nicht an der Spitze. Doch wie konnte der Aufschwung geschehen und was hat die U21-Europameisterschaft damit zu tun?

Ein Klub geprägt durch seinen Trainer

Was in der 1. Runde des DFB-Pokals noch recht träge begann, wird nach über einem Viertel der Saison längst zur großen Geschichte. Der SC Freiburg, der sich Anfang August nur mit Glück gegen den Drittligisten Magdeburg in der Verlängerung durchsetzte, mischt aktuell die Bundesliga auf. Platz 2 nach neun Spielen ist eine außergewöhnliche Leistung für den Klub, der wie kein anderer in Deutschland für Geduld steht. Geprägt wird der Verein nach wie vor von Trainer Christian Streich, der als dienstältester Bundesliga-Coach seit nunmehr fast acht Jahren im Amt ist. Fünf Jahre nach dem Ende seiner Profikarriere 1990 stieg der in Weil am Rhein geborene Trainer in den Verein des SC ein. Der Erfolg ist seitdem allgegenwärtig, wobei das Highlight fraglos ein fünfter Platz und die damit verbundene Europa League-Qualifikation 2012/13 war. Nun schicken sich seine aktuellen Spieler an, diesen Rekord anzugreifen und abermals Großes zu erreichen.

Schon jetzt hat der SC Freiburg fast so viele Punkte erreicht wie in der gesamten letzten Hinrunde. Dabei stehen noch fast die Hälfte aller Spiele aus. Der positive Nebeneffekt ist, dass der Klassenerhalt schnell unter Dach und Fach sein dürfte, was im Schwarzwald normal etwas länger dauert. Gründe für den Erfolg lassen sich schnell finden und beginnen bei der U21-Europameisterschaft, die Deutschland im vergangenen Jahr als Zweiter abschloss. Einer der stärksten Spieler des Turniers war der junge Luca Waldschmidt, der mittlerweile für das A-Team von Joachim Löw aufläuft. Statt seinen Auftritt auf der großen Bühne für einen Transfer zu den durchaus interessierten Klubs zu nutzen, bekannte sich der 23-Jährige zum SC Freiburg. Gemeinsam mit Lucas Höler ist er aktuell der beste Scorer des Klubs. Wie Waldschmidt entwickeln sich auch andere junge Spieler beim SC prächtig. Dazu zählen Nico Schlotterbeck, Robin Koch oder auch Janik Haberer.

Petersen stellt neuen Rekord von der Bank auf

Insbesondere auswärts läuft es bislang großartig für den SC Freiburg, der auf fremdem Platz in vier Spielen schon dreimal jubeln durfte. Nur bei Aufsteiger Union Berlin verlor der Klub zuletzt überraschend. Neben den jungen Spielern sind es auch die etablierten Kräfte, die den Verein in der Tabelle nach vorne hieven. Beispielhaft dafür steht Nils Petersen. Der Routinier im Sturm wurde zuletzt dreimal in Folge nur eingewechselt, stellte gegen RB Leipzig aber dennoch einen neuen Joker-Rekord auf. Nach 74 Einwechselungen steht der 30-Jährige bei 22 Toren und damit einen Treffer vor Bremens Claudio Pizarro. Momentan wird dem SC Freiburg bei bet365, einem der laut https://wettbonus.net/ besten Wettanbieter, nur eine Außenseiterquote von 251,00 auf den Sieg der Bundesliga eingeräumt. Ist es vielleicht bereits an der Zeit, auf die Freiburger unter den Top-4 zu setzen? Auch wenn es sich angesichts der vielen angeboten Boni bei dem Buchmacher lohnen würde, sollte man vergangene Tendenzen ebenfalls im Kopf behalten: Freiburg spielt meist eine gute erste Saisonhälfte und bricht im zweiten Halbjahr - auch durch Verletzungen - hin und wieder ein.

Neben Petersen sorgen andere erfahrene Spieler wie der starke Kapitän Christian Günter, Torhüter Alexander Schwolow, Jonathan Schmid und Vincenzo Grifo dafür, dass die jungen Spieler nicht von der klaren Linie abkommen. Sportdirektor Klemens Hartenbach scheint gemeinsam mit Streich einen Weg gefunden zu haben, der dem SC Freiburg sehr gut bekommt. Die anspruchsvollen Begegnungen, die in der Hinrunde noch verbleiben, beinhalten Partien gegen die Topteams aus Mönchengladbach, Wolfsburg und München. Werden diese ähnlich erfolgreich bestritten, steht dem Träumen vor der Rückrunde nichts mehr im Wege. Vielleicht winkt ja am Ende abermals der Europapokal.

(Hürriyet.de)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.