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Widerspruch bei Widerspruchslösung

1.4.2019 20:36 Uhr

Gegen die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende hat sich nun FDP-Chef Christian Lindner ausgesprochen. "Das ist ein Einschnitt in die freie Selbstbestimmung der Menschen", sagte Lindner am Montag in Berlin. "Richtig wäre gewesen, dafür zu sorgen, dass mehr Menschen aus freiem Willen sich entscheiden zur Organspende."

Zuvor hatten Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Abgeordnete mehrerer Parteien einen neuen Gesetzentwurf zur Organspende vorgestellt, der die doppelte Widerspruchslösung vorsieht. Damit wäre jeder erst mal automatisch ein potenzieller Spender - es sei denn, er oder sie widerspricht aktiv. Vor einer Organentnahme soll der Arzt zusätzlich den nächsten Angehörigen fragen müssen, ob diesem ein schriftlicher Widerspruch oder ein der Entnahme entgegenstehender Wille bekannt ist.

Lindner ist Organspender

"Ich bin Organspender und überzeugt davon, dass das richtig ist, wenn man seine Organe zur Verfügung stellt für Menschen, deren Leben dann gerettet werden kann. Aber diese Entscheidung muss von jedem selbst getroffen werden", sagte Lindner. Eine Möglichkeit sei es etwa, Menschen bei Behördengängen nach ihrer Spendebereitschaft zu fragen.

(an/dpa)