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Westen will Rücktritt der Regierung im Sudan

9.4.2019 22:19 Uhr

Einen politischen Neuanfang im Sudan haben nun die USA, Großbritannien und Norwegen verlangt. Hintergrund sind die monatelangen Proteste gegen die Regierung. Die Demonstranten verlangten einen Wandel hin zu einem politischen System, das mehr Legitimität habe, teilten die Staaten am Dienstag mit.

Ohne den seit 30 Jahren amtierenden Präsidenten Omar Hassan al-Baschir zu nennen, forderten sie die sudanesischen Behörden auf, einen «glaubwürdigen Plan für diesen politischen Wechsel» vorzulegen. "Dies nicht zu tun, riskiert eine größere Instabilität."

Mindestens 21 Tote am Samstag

Seit Samstag haben Sicherheitskräfte bei Demonstrationen mindestens 21 Menschen getötet, wie ein Verband sudanesischer Ärzte mitteilte. Fünf davon waren demnach Soldaten. Einem dpa-Reporter zufolge sei es bei den Protesten teilweise zu Zusammenstößen zwischen Soldaten und Sicherheitskräften gekommen. Mindestens 153 Demonstranten wurden dem Ärzteverband zufolge verletzt. Sudans Innenminister sprach am Montag von fast 2500 Festnahmen.

Al-Baschir, der 1989 mit einem Militärputsch an die Macht kam, steht seit einigen Monaten stark unter Druck. Der Sudan befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Ausgelöst durch steigende Preise begannen Sudanesen im Dezember in mehreren großen Städten des Landes, auf die Straße zu gehen und gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zu protestieren. Die Demonstranten forderten dann aber zunehmend den Rücktritt Al-Baschirs. Dieser rief im Februar wegen der Proteste einen auf ein Jahr befristeten Ausnahmezustand aus und löste die Regierung auf. Im März ernannte er eine neue.

(an/dpa)