epa/Toms Kalnins

Werben an der Front für eine Waffenruhe

26.10.2019 21:23 Uhr

In Donbass hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj für einen geplanten Truppenabzug geworben. Kritik kommt vor allem von nationalistischer Seite. "Mir ist gleich, mit wem Waffenruhe geschlossen wird, wir müssen das Territorium zurückholen und das Töten beenden", sagte der 41-Jährige am Samstag in dem Ort Solote im Gebiet Luhansk, rund 600 Kilometer von der Hauptstadt Kiew entfernt.

Bei einigen Aktivisten ist der Widerstand gegen den Truppenabzug groß, weil sie befürchten, dass die seit mehr als fünf Jahren andauernden Kämpfe umsonst gewesen sein könnten. Die Nationalisten wollen auch verhindern, dass der umkämpfte Donbass einen Sonderstatus erhält.

"Die Menschen hier wollen den Abzug"

"Die Menschen hier wollen den Abzug", sagte Selenskyj. Er verstehe, dass Soldaten Sorgen hätten, sagte der Staatschef. Auf einem Video war zu sehen, wie er in grüner Allwetterkleidung gemeinsam mit Demonstranten an einem Lagerfeuer nur wenige Hundert Meter entfernt von den Positionen der prorussischen Separatisten sitzt.

Anfang Oktober waren bei Solote und dem Ort Petriwske im Donezker Gebiet sogenannte Truppenentflechtungen geplant gewesen. Dabei sollen sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen ihre Soldaten einschließlich Waffen um mindestens einen Kilometer zurückziehen. Dagegen gab es landesweit größere Demonstrationen.

Die Aktivisten drohten damit, die von der Armee verlassenen Stellungen einzunehmen. Mit der Entmilitarisierung soll der festgefahrene Friedensprozess aktiviert und ein Gipfeltreffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin ermöglich werden. In dem seit 2014 andauernden Konflikt starben nach UN-Schätzungen rund 13 000 Menschen.

(an/dpa)

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