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Wer schwimmt von Asien nach Europa?

14.6.2019 21:40 Uhr

Zum 30. Mal jährt sich der Bosporus Cross Continental Swim in diesem Jahr. Am 28. Juli springen mehr als zweitausend Schwimmer aus ca. 50 Ländern in die Fluten des Bosporus, um auf 6,5 Kilometern von Asien nach Europa zu schwimmen und den Titel "Cross Continental Swimmer 2019" zu ergattern – oder auch nur, um dabei zu sein.

Zum ersten Mal fand der Wasserwettstreit am 23. Juli 1989 statt, schon damals ausgerichtet vom olympischen Komitee der Türkei. 64 Männer und vier Frauen nahmen teil. Seit den Neunzigern freut sich das Istanbuler Event über großes internationales Interesse. Zahlreiche Profischwimmer aus verschiedenen Ländern sind bereits mitgeschwommen. Im vergangenen Jahr waren die jüngsten Teilnehmer im Teenageralter und der älteste 84. Inzwischen 85, ist der Türke Levent Aksüt auch in diesem Jahr am Start.

Die Strömung ist sowohl Risiko als auch Hilfe

Für die Teilnahme musste man sich wie immer direkt beim olympischen Komitee bewerben und gewisse Voraussetzungen erfüllen. Neben einer guten Kondition sind Schwimmerfahrungen in solchen Gewässern erforderlich. Der Bosporus ist tief und hat eine starke Strömung. Die wiederum vereinfacht das Schwimmen auch, denn mit ihrer Hilfe kann man die Strecke problemlos in der für den Wettkampf vorgesehenen Zeit von zwei Stunden zurücklegen. So lange ist das sonst vielbefahrene Wasser für die Schifffahrt gesperrt. Das bedeutet schon etwas, denn die Meerenge ist nicht nur für die Türkei, sondern auch für Russland und andere Länder die Verbindung zum internationalen Seehandel.

Start ist um 13 Uhr im Hafen von Kanlica, nördlich der Faith Sultan Mehmet Brücke. Ziel ist der Cemil Topuzlu Park in Kurucesme, nördlich der Bosporus-Brücke. Mit etwas Glück begegnet man einem der vierzig im Bosporus lebenden Delphine. Gewiss ist hingegen, dass man Bekanntschaft mit Quallen macht, die jedoch ungefährlich sein sollen.

(jk)