imago images / Markus Heine

Weniger Flüchtlinge: Lage zwischen Türkei und Griechenland entspannt sich

7.5.2020 9:30 Uhr

Die Zahl der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln ist nach UN-Angaben erstmals seit Januar 2019 zurückgegangen. Die Zahl der Migranten auf den fünf Ägäis-Inseln sei von 42.000 im Februar auf 38.200 im April gesunken, sagte Philippe Leclerc vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf einer Online-Pressekonferenz.

Dies sei einerseits darauf zurückzuführen, dass deutlich weniger Migranten aus der Türkei kämen. Die Türkei hat im Zuge der Corona-Pandemie strikte Reisebeschränkungen verhängt. Zugleich verschärfte Griechenland seine Patrouillen entlang der türkischen Grenze. Zudem seien besonders gefährdete Migranten zum Schutz vor dem Coronavirus von den Inseln auf das griechische Festland verlegt worden, erklärte Leclerc.

"Wir sitzen alle in einem Boot"

Durch den Rückgang der Flüchtlinge auf den Agäis-Inseln entspannt sich zwar die Lage zwischen der Türkei und Griechenland ein wenig. Dennoch leben noch immer zehntausende Menschen in den völlig überfüllten Flüchtlingscamps auf den Inseln unter katastrophalen Bedingungen. Leclerc forderte die griechische Regierung deshalb auf, die Migranten schnell auf das Festland zu verlegen und zu integrieren. Ihnen müsse die Möglichkeit gegeben werden, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, Zugang zu Bildung zu bekommen und sich in die Gesellschaft zu integrieren, forderte Leclerc.

Zudem rief er die griechische Bevölkerung zu mehr Akzeptanz auf. "Sie verdienen es nicht, Opfer von Diskriminierung zu werden." Die Menschen müssten ihnen vertrauen und "sie wie Nachbarn behandeln, wir sitzen alle im selben Boot", betonte Leclerc.

Dorfbewohner lehnen Migranten ab

Die Verlegung der Flüchtlinge auf das Festland stößt vielerorts auf Ablehnung. Am Montag stellten sich dutzende Dorfbewohner im Norden Griechenlands gegen den Einzug von 60 Asylbewerbern in ein Hotel. Die Behörden waren gezwungen, die Menschen in ein anderes Hotel nahe Thessaloniki zu bringen.

(bl/afp)

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