epa/Amiruddin Mughal

Weltgemeinschaft darf nicht schweigen

15.8.2019 22:46 Uhr

Pakistan hat im Konflikt um Kaschmir die internationale Gemeinschaft erneut zum Handeln aufgefordert. Sollte sie im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs ein Massaker an Muslimen wie in Srebrenica zulassen, würde das Reaktionen in der muslimischen Welt nach sich ziehen, warnte der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan am Donnerstag auf Twitter. So würden Radikalisierung und eine Spirale der Gewalt ausgelöst.

Die indische Regierung hatte dem Staat Jammu und Kaschmir vergangene Woche den Sonderstatus entzogen, der der Region eine eigene Verfassung und weitgehende Kompetenzen garantierte. Mit der Neuregelung will Neu Delhi das hauptsächlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Pakistan beansprucht das Gebiet auch und bezeichnete die Abschaffung des Status als «illegal».

Änderung stößt in Kaschmir auf Ablehnung

Viele Kaschmirer lehnen die Änderung ab. Die Regierung hat Soldaten in die Region geschickt, um Proteste zu verhindern und eine Ausgangssperre verhängt. Laut einem pakistanischen Behördenvertreter ist die größte Sorge Islamabads, was passiere, sobald die Ausgangssperre im indisch-kontrollierten Kaschmir aufgehoben wird. «Wenn es hier zu Gewalt kommt, dann werden wir reagieren müssen», sagte der Behördenvertreter.

Am Mittwoch hatte Khan in einer Rede im pakistanisch-kontrollierten Teil Kaschmirs gesagt, die Regierung von Narendra Modi habe einen strategischen Fehler begangen. Modi werde die Entscheidung teuer zu stehen kommen.

Seitdem Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die gesamte Herrschaft über Kaschmir, zwei Kriege wurden deswegen bereits geführt. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

(an/dpa)

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