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Weitere massive Einschränkungen im Zugverkehr durch Streiks

14.12.2019 21:56 Uhr

Auch am Samstag dauern die Streiks gegen die durch die französische Regierung geplanten Rentenreformen an und sorgen für massive Einschränkungen im Zugverkehr.

Laut staatlicher Bahngesellschaft SNCF blieb der Zugverkehr am Samstag am zehnten Streiktag in Folge "stark gestört". Für Sonntag und Montag wurden ähnliche Beeinträchtigungen erwartet. Die Streiks drohen auch die Weihnachtspläne vieler Reisenden durcheinander zu bringen.

"Weihnachten ist eine wichtige Zeit"

Premierminister Edouard Philippe richtete daher einen Appell an die streikenden Bahnmitarbeiter: "Weihnachten ist eine wichtige Zeit. Aber jeder muss Verantwortung übernehmen. Ich glaube nicht, dass die Franzosen es akzeptieren würden, wenn einige Leute sie dieses Moments berauben", sagte der Regierungschef der Zeitung "Le Parisien" (Sonntagsausgabe). Die SNCF-Managerin Rachel Picard stellte derweil gegenüber der Zeitung in Aussicht, dass rund die "Hälfte der Reisenden" voraussichtlich ihre Zugfahrten wahrnehmen könnten, um an den Feiertagen bei ihren Familien zu sein. Für gewöhnlich dauert es nach Streiks einige Tage, bis die Züge wieder nach Plan rollen.

Kein "Waffenstillstand zu Weihnachten"?

Die größte Bahngewerkschaft CGT-Cheminots hatte vor wenigen Tagen gedroht, es werde "keinen Waffenstillstand zu Weihnachten" geben. Am Samstag fuhr im Durchschnitt nur jeder vierte TGV-Schnellzug. In Paris blieben neun Metrolinien weiter geschlossen, auch im Bus- und Regionalverkehr gab es starke Einschränkungen.Regierungschef Philippe hatte am Freitag ein Dringlichkeitstreffen mit SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou einberufen. Er forderte ihn auf, einen Weihnachts-Notfallplan vorzubereiten, aus dem hervorgehe, welche Züge sicher fahren. Der Bahn-Chef hatte die Eisenbahner zuvor aufgerufen, über die Feiertage eine "Pause" bei den Streiks einzulegen. Die Gewerkschaften wiesen dies zurück. Wenn der Konflikt noch vor den Feiertagen beendet werden solle, habe die Regierung noch die nächste Woche Zeit, die Rentenreform zurückzunehmen, sagte Laurent Brun von CGT-Cheminots der Nachrichtenagentur AFP.

"Positive Nachricht der Regierung nötig"

"Damit die Züge rollen, ist eine positive Nachricht der Regierung nötig", sagte Roger Dillenseger von der Gewerkschaft Unsa.Für Dienstag haben die Gewerkschaften erneut zu landesweiten Protesten und Streiks aufgerufen. Am ersten Tag der Protestwelle am 5. Dezember waren mehr als 800.000 Menschen auf die Straße gegangen, bei Kundgebungen in der zurückliegenden Woche war die Beteiligung aber stark rückläufig. Am Wochenende waren mehrere kleinere Proteste in verschiedenen Städten geplant.

(be/afp)

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