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Weitere Datenträger im Missbrauchsfall Lügde gefunden

12.4.2019 20:26 Uhr

In Lügde hat ein Abrissunternehmen in einem doppelten Boden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten weitere Datenträger gefunden und diese der Polizei übergeben. Diese wertet das Datenmaterial nun aus und fügt es gegebenenfalls den rund vier Millionen Mediendateien an Beweismitteln hinzu.

Bereits am Donnerstag legten Arbeiter einen Zwischenraum in dem doppelten, fest verbauten Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten frei. Dort kamen in einem Hohlraum eine CD und zwei Disketten zum Vorschein, wie die Polizei bestätigte. Zuvor hatten WDR, NDR und "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Am Freitag wurde demnach im Abrissschutt eine weitere CD entdeckt. Die Datenträger hätten mit bei einer Durchsuchung zulässigen Mitteln nicht gefunden werden können, hieß es. Das Abrissunternehmen habe den Fund an die Polizei übergeben. Ein Ermittlerteam habe die Fundstelle untersucht. Das Datenmaterial werde nun ausgewertet und als Beweismittel gegebenenfalls zum Gegenstand der gerichtlichen Beweisaufnahme, teilte die Polizei weiter mit.

Rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86.300 Videos

In dem Wohnwagen hatten die Ermittler Festplatten und andere Datenträgern mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86 300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet hatte.

Der Ort des mutmaßlichen Kindesmissbrauchs wird seit Mittwoch abgerissen und soll zur Grünfläche werden. Der Bereich war Ende März von den Behörden freigegeben worden. Auf dem Campingplatz in Lügde soll ein 56 Jahre alter Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus dem niedersächsischen Stade sitzen in Untersuchungshaft.

(gi/dpa)