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Weisweiler hätte heute runden Geburtstag gefeiert

5.12.2019 15:35 Uhr, von Chris Ehrhardt

Hennes Weisweiler – ein Name im deutschen und internationalen Fußball wie Donnerhall. Ein Name, der für den Angriffs-Fußball von Borussia Mönchengladbach aus dem 1970er Jahren steht, der das Double beim 1, FC Köln möglich machte und der einen Megastar wie Günter Netzer formte. Ein Trainer, ohne den die Weltmeisterschaft 1974 eher nicht möglich gewesen wäre. Dieser Hennes Weisweiler wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Hennes Weisweiler ist ohne jeden Zweifel der Mann, der den heutigen Tabellenführer der Bundesliga aus einem mittelmäßigen Regionalligisten in den 1960er formte. Günter Netzer, Rainer Bonhof, Jupp Heynckes, Herbert "Hacki" Wimmer, Berti Vogts, Wolfgang Kleff, Erwin und Helmut Kremers und viele weitere Namen sind Spieler, die er in die Bundesliga brachte, sie in die ungestüme Fohlen-Elf integrierte. Weisweiler hatte das Gespür, Spieler aus den Regionalligen zu holen und in Gladbach zu Stars zu machen. Don Hennes machte aus einem Provinzverein vom Niederrhein ein international bekanntes Team, das sich mit den Großen messen konnte und Titel einfuhr.

Pokalsieg nur drei Wochen überlebt

In Köln beim 1. FC führte er seine erfolgreiche Arbeit nach einem Kurzabstecher zum FC Barcelona fort. Bei den Katalanen war Hennes Weisweiler in letzter Konsequenz am übermächtigen Johan Cruyff. Trainer-Fuchs Weisweiler hatte erkannt, Cruyff ist über den Leistungszenit hinweg, was der Megastar jedoch nicht wahrhaben wollte. Bei seinem Effzeh griff der Trainer dann wieder an, holte das Double und machte ein gutes Team noch besser. Zum Abschluss ging die Trainer-Ikone dann zu Cosmos New York, wo er mit Stars wie Franz Beckenbauer, Johan Neeskens, Giorgio Chinaglia und Carlos Alberto ein Team formte, zu dem auch junge amerikanische Spieler stießen. In New York arbeitete er eng mit dem Aufsichtsratvorsitzenden und Gründer von Cosmos, dem in Istanbul geborenen Nesuhi Ertegün zusammen.

Seine Rückkehr nach Europa, wo er in der Schweiz mit Grasshopper Club Zürich die Meisterschaft und den Pokal holte, war die finale Station von Don Hennes. Nur drei Wochen nach dem Pokalsieg verstarb Hennes "de Boor" Weisweiler am 5. Juli 1983 in der Schweiz an einem Herzinfarkt. Tausende wohnte der Trauerfeier in Köln bei, wo die Trainer-Ikone vor dem ehrwürdigen Kölner Dom aufgebahrt wurde, bevor er in seinem Heimatort Lechenich beigesetzt wurde.

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