epa/Abir Sultan

Wegen Brandballons Lieferung von Treibstoff nach Gaza gestoppt

25.6.2019 18:33 Uhr

Israel hat die Treibstofflieferung für das einzige Kraftwerk in den Gaza-Streifen gesperrt. Grund sind die anhaltenden Angriffe militanter Palästinenser mit Brandballons. Damit droht den rund zwei Millionen Menschen dort erneut eine Verschlechterung der Energieversorgung. Es werde vorerst keine Treibstofflieferungen mehr geben, teilte die zuständige israelische Behörde am Dienstag mit.

Seit rund einem Jahr schicken Palästinenser aus Protest gegen Israel Brandballons und Ballons mit Sprengsätzen nach Israel. Dort haben die Ballons zahlreiche, teils große Brände ausgelöst. Allein am Montag brachen laut israelischem Radio deswegen 15 Feuer im Grenzgebiet aus.

Die Einwohner des Gaza-Streifens leben seit Jahren mit ständigen Stromausfällen. Außer durch das Kraftwerk erhält der Gazastreifen Strom auch von Israel und Ägypten. Viele Menschen behelfen sich mit Generatoren, um stundenweise Strom zu erzeugen. Seit das Golfemirat Katar seit Oktober 2018 für Treibstofflieferungen in den Gazastreifen aufkommt, hat sich die Lage etwas verbessert. Nach Medienberichten hat Katar diesen Monat bereits rund neun Millionen Euro für Treibstofflieferungen gezahlt.

Dramatische Folgen für die Stromversorgung

Der Generaldirektor der Stromgesellschaft in Gaza, Sijad Tabet, warnte vor dramatischen Folgen für die Stromversorgung der Bevölkerung, sollte das Kraftwerk seine Tätigkeit einstellen. Statt bisher im Schnitt zwölf Stunden Strom pro Tag blieben den Menschen dann künftig nur noch acht Stunden.

Israel hatte vor zwölf Jahren eine Blockade des Küstengebiets verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas wird von der Europäischen Union, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

(an/dpa)

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