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Was steckt hinter der Bluttat von Siegen?

22.6.2019 16:27 Uhr, von Chris Ehrhardt

Michael B., 47 Jahre alt, Ehemann und Vater von vier Kindern zwischen zehn und 10 Jahren, traf am Donnerstagnachmittag gegen 17:30 Uhr an einer Bushaltestelle in Siegen auf Fadi A., 15 Jahre alt. Im Verlauf einer Diskussion, in der es wohl um einen Streit zwischen Fadi A. und dem 19-jährigen Sohn des später Getöteten ging, kam es zur Eskalation. Am Ende war der Familienvater tot. Siegen ist schockiert und fassungslos über die sinnlose Gewalt.

Fadi A., 15 Jahre alt, Gymnasiast und in Deutschland geborener Sohn einer Familie aus dem Libanon mit deutschem Pass, geriet wohl am Mittwoch, also einen Tag vor der Bluttat, in Streit mit dem ältesten Sohn seines späteren Opfers. Der Grund des Streites soll banal gewesen sein: Ein Streit um Kopfhörer. Der Streit eskalierte und Fadi A. soll vom Sohn des späteren Opfers sowie Freunden von ihm attackiert und verprügelt worden sein.

Täter sitzt in U-Haft

Nach dem Übergriff durch den Sohn seines späteren Opfers soll Fadi A. mit Rache gedroht haben. Einen Tag darauf traf dann der Vater Michael B. auf Fadi A. Dabei soll der Vater Zeugenberichten nach versucht haben, deeskalierend in den Streit einzugreifen und Fadi A. wegen der Drohungen zur Rede zu stellen. Es steht noch nicht fest, ab welchem Zeitpunkt der Streit dann eskaliert ist. Doch am Ende zog der 15-Jährige ein Springmesser und stach mehrfach auf den Oberkörper seines unbewaffneten Gegenübers ein. Rettungskräfte konnten das Opfer der sinnlosen Bluttat nicht retten und Michael B. verstarb noch am gleichen Tag.

Wie die Polizeikräfte berichten, floh Fadi A. unmittelbar nach der Tat, um sich dem polizeizugriff zu entziehen. Sein Vater hat ihn wohl jedoch später überredet, sich den Behörden zu stellen. Daraufhin wurde er festgenommen. Zeugenberichten zufolge soll der 15-Jährige regelmäßiger Drogenkonsument gewesen sein. Ob er bei der Tat unter Drogeneinfluss stand, müssen die Ermittlungen noch ergeben. Gegen Fadi A. wurde seitens der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragt. Das Gericht gab dem statt und schickte Fadi A. in die zuständige Jugendstrafanstalt.

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