dpa

Was ist veganer Wein?

11.6.2019 19:48 Uhr

Immer häufiger findet man im Weinregal Flaschen mit dem Vermerk "vegan" und wundert sich vielleicht. Schließlich ist Wein doch nichts anderes als vergorener Traubensaft, oder? Prinzipiell ist das richtig, doch um den in der Produktionsphase noch trüben Wein zu klären, nutzen Winzer oft tierische Eiweiße - und selbst, wenn von denen praktisch nichts übrig bleibt, klassifiziert das den Wein als nicht-vegan.

Doch immer mehr Winzer gehen nun dazu über, auf diese tierischen Eiweiße zu verzichten und stattdessen pflanzliche Alternativen zu nutzen - voilà, veganer Wein.

"Traditionell verwenden Winzer tierische Eiweiße aus Hühnerei, Milch, Fisch oder auch Gelatine, um den Wein zu klären", erläutert Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Das Eiweiß verbinde sich mit den Trübstoffen im Wein und werde im Anschluss wieder entfernt.

Es bleiben allerdings so gut wie keine tierischen Produkte zurück. Eine Kennzeichnung dieser Eiweiß-Helfer sei deshalb für Wein nicht vorgeschrieben. Bei hochgradigen Milch-, Ei- und Fischallergikern können Spuren dieser Stoffe jedoch zu unerwünschten Symptomen führen.

"Bei veganem Wein werden tierische Hilfsstoffe durch mineralische Stoffe wie Bentonit oder pflanzliches Eiweiß aus Erbsen, Bohnen oder Kartoffelstärke ersetzt", so Sabine Hülsmann. Es gebe mittlerweile auch Winzer, die komplett auf die Klärung mit Hilfsstoffen verzichten. Sie geben dem Wein mehr Zeit, sich auf natürliche Weise zu klären.

(be/dpa)

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