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Was ist das mysteriöse Loch beim ISS-Außeneinsatz?

12.12.2018 12:36 Uhr

Die zwei Kosmonauten müssen in klobigen Raumanzügen an einem winzigen Loch hantieren. Ihr Außeneinsatz an der ISS gelingt: Nach bald acht Stunden kehren die beiden Russen mit Fotos, Videos und Proben in die Raumstation zurück. Doch Fragen zum geheimnisvollen Leck bleiben.

Der Russe Oleg Kononenko schnitt mit Werkzeugen eine Isolierungshülle und ein Schutzschild durch, um das kleine Loch von außen freizulegen.

Er und sein Landsmann Sergej Prokopjew machten Fotos und Videos von dem Leck, das im August aus noch ungeklärten Gründen entstanden war und einen leichten Druckabfall ausgelöst hatte. Sie nahmen auch Proben, die russische Experten auf der Erde untersuchen sollen.

Der komplizierte und körperlich anstrengende Außeneinsatz dauerte nahezu acht Stunden und damit gut anderthalb Stunden länger als geplant. Die Arbeiten schienen beide Kosmonauten teils auf eine Nervenprobe zu stellen. "Lasst uns nicht hetzen. Lasst uns Schritt für Schritt vorgehen, um nichts zu vermasseln", sagte Kononenko während der Live-Übertragung.

Auf der Suche nach dem unauffindbaren Loch

Mit zwei Millimetern ist das Loch ungefähr so groß wie ein Streichholzkopf. Entsprechend herausfordernd war es, im sperrigen Raumanzug mit klobigen Handschuhen und bei Schwerelosigkeit an der kleinen Öffnung zu arbeiten. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sprach von einem "Heureka-Moment", als die beiden das Loch nach mehreren Stunden gefunden hatten.

Für die Besatzung war der Vorfall im August ungefährlich gewesen. Die Raumfahrer hatten das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. Es ist aber immer noch unklar, wie das Leck entstand. Die Proben sollen klären, wie gut die Abdichtung von innen hielt.

Unterstützung von deutschem Astronauten

In der Station unterstützte der deutsche Astronaut Alexander Gerst die beiden Russen. Er und zwei Kollegen sollen in gut einer Woche mit der beschädigten Kapsel zur Erde zurückkehren. Diese sei "bereit, nach Hause zu kommen", sagte ein Nasa-Sprecher. Die Schutzschicht der Kapsel erhitzt sich beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf mehr als 1000 Grad Celsius, bevor Fallschirme den Sturz vor der Landung in Kasachstan abstoppen.

(sis/dpa)