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Warum Migrantenkinder schlechtere Jobchancen haben

19.12.2018 12:25 Uhr

Kinder von Migranten haben in Deutschland deutlich schlechtere Jobchancen als Gleichaltrige ohne ausländische Wurzeln.

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die die "Rheinische Post" berichtet, lag der Anteil der Erwerbstätigen bei den 25- bis 44-Jährigen mit Migrationshintergrund im Jahr 2017 bei 72,3 Prozent. Das ist rund 15 Punkte niedriger als bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund (87,2 Prozent).

Lücken bei den Deutschkenntnissen

Auffällig ist zudem, dass viele 18- bis 20-Jährige mit Migrationshintergrund weder einen akademischen noch einen beruflichen Bildungsweg verfolgen. "Das erklärt sich vorwiegend mit deren relativ niedrigem Bildungsstand und mit Lücken bei den Deutschkenntnissen", heißt es in dem Bericht.

Die Forscher weisen außerdem darauf hin, dass auch Jugendliche, die in Deutschland geboren oder im Kindesalter zugewandert sind, "oftmals nicht das gleiche Bildungsniveau wie Personen ohne Migrationshintergrund" erreichen.

Rückstände in der Kompetenzentwicklung

Die Ursachen für das schlechtere Bildungsniveau sind vielfältig: Migrantenkinder hätten schon im Vorschulalter "Rückstände bei der Kompetenzentwicklung, die sich in der weiteren Bildungslaufbahn noch verstärken" schreiben die Forscher. Damit geht einher, dass Kinder mit Migrationshintergrund vergleichbar seltener eine Kindertagesstätte besuchen. Das oftmals gute Förderprogramm der Einrichtungen könne somit nicht genutzt werden.

Ein weiteres Problem liegt aber auch in den Schulen. "Die Schulen schöpfen ihre Potenziale zur Förderung der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund derzeit noch nicht aus", kritisieren die Forscher.

Häufiger von Armut bedroht

Alarmierend ist zudem, dass 2017 die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Einkommen unterhalb des Armutsrisikos bei Menschen mit Migrationshintergrund mit 14 Prozent mehr als doppelt so hoch lag wie bei solchen ohne Migrationshintergrund (6,1 Prozent).

Das Institut empfiehlt vor allem mehr Anstrengungen, um Kinder aus Migrantenfamilien früher in die frühkindliche Bildung einzubeziehen, damit mangelnde Sprachkenntnisse besser bekämpft werden können.

(bl/dpa)

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