imago images/ZUMA Press

Warnung vor Luftangriffen im Nordwesten Syriens

26.12.2019 23:15 Uhr

Wegen der Bombardierung im Nordwestens Syriens hat US-Präsident Donald Trump der syrischen Führung, Russland und dem Iran schwere Vorwürfe gemacht. Sie seien dabei oder auf dem Weg dorthin, Tausende unschuldige Zivilisten in der Provinz Idlib zu töten, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter und fügte hinzu: "Tut es nicht!"

Bei russischen Luftangriffen in der Provinz Idlib sind nach Angaben der Rettungsorganisation Weißhelme am Dienstag zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Kinder und drei Frauen. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angriff habe auf ein Flüchtlingscamp nahe einer Schule abgezielt. Es habe auch Luftschläge auf andere Gebiete gegeben. Idlib ist die letzte große Rebellenhochburg des Bürgerkriegslandes.

Die Vereinten Nationen hatten sich wegen der Kämpfe in Nordwest-Syrien besorgt gezeigt. UN-Generalsekretär António Guterres verlangte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten. Die jüngste Eskalation habe zum Tod Dutzender Zivilisten geführt und zur Vertreibung von mindestens 80 000 Menschen, davon allein 30 000 in der vergangenen Woche.

Syrische Truppen wollen Idlib zurück

Seit April versuchen Truppen der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad mit Unterstützung Russlands, alle Gebiete in Idlib und in der Nachbarprovinz Hama unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit Anfang Dezember haben Syrien und Russland ihre Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib massiv verstärkt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte angesichts der schweren Angriffe vor einer neuen Migrationswelle in Richtung Europa gewarnt. Seit Beginn der Offensive im April mussten schätzungsweise 400 000 Menschen ihre Heimat verlassen.

Die Regierung in Damaskus stützt sich im Syrien-Krieg nicht nur auf die regulären Streitkräfte, sondern auch auf Verbündete. Dazu gehören örtliche Milizen sowie vom Iran unterstützte ausländische Schiitenmilizen wie die Hisbollah aus dem Libanon. Russlands Streitkräfte unterstützen mit Luftangriffen.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.