epa/Philipp Wojazer

Warnung vor libyschem Flächenbrand

30.12.2019 16:31 Uhr

Der ägyptische Präsident Fattah al-Sisi und sein französischer Kollege Emmanuel Macron haben vor dem Risiko einer militärischen Eskalation in Libyen gewarnt. Sie riefen nach einem gemeinsamen Telefonat die internationalen und libyschen Beteiligten des Konflikts zu größter Zurückhaltung auf, wie der Élyséepalast am Montag mitteilte.

In dem Bürgerkriegsland müssten wieder Verhandlungen zwischen den libyschen Konfliktparteien ermöglicht werden, so Macron und Al-Sisi.

An der Herstellung von Sicherheit arbeiten

Ein Sprecher des ägyptischen Präsidenten betonte, in dem Gespräch sei es auch um Maßnahmen gegangen, um den Einfluss von Milizen und ausländischen Kräften in Libyen zu begrenzen. Auch der italienische Außenminister Luigi Di Maio und sein Amtskollege aus Ägypten, Samih Schukri, lehnten eine militärische Intervention in Libyen ab. Nach einem Telefongespräch bekräftigten die beiden Minister "die Notwendigkeit, verstärkt an der Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in Libyen zu arbeiten", wie das ägyptische Außenministerium mitteilte.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan plant, Truppen nach Libyen zu entsenden. Für die umstrittene Entscheidung will er sich Anfang Januar die Erlaubnis des türkischen Parlaments holen.

In Libyen tobt seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ein Bürgerkrieg. Dabei konkurrieren die von den UN anerkannte Einheitsregierung von Fajis al-Sarradsch und der mächtige General Chalifa Haftar um die Macht. Haftars selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) versucht seit April, die Hauptstadt Tripolis einzunehmen.

(an/dpa)

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