dpa

Warnung vor besonders starker UV-Strahlung

29.6.2019 11:14 Uhr

In fast ganz Deutschland warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor besonders starker UV-Strahlung. Nur ein schmaler Küstenstreifen an Nord- und Ostsee sowie Schleswig-Holstein bleibt davon verschont, wie aus einer am Samstagmorgen aktualisierten Warnung hervorgeht.

UV-Strahlung erhöht das Risiko von Hautkrebs: "Jedes Zuviel an UV-Bestrahlung, das heißt jede Hautrötung und jeder Sonnenbrand, können die Zellstruktur der Haut verändern", erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Je häufiger diese Schädigungen passieren, desto höher ist das Risiko, dass in einem späteren Lebensalter Hautkrebs entsteht."

29 - 36 Grad erwartet

Heute werden laut DWD "in der Mitte und im Süden hohe UV-Strahlungswerte" erwartet. Am Ober- und Hochrhein müssten sich die Menschen zudem auf eine starke Wärmebelastung einstellen. Bei nahezu wolkenlosem Wetter mit viel Sonne sollten die Temperaturen in Deutschland auf 29 bis 36 Grad ansteigen. Nur an den Küsten und im höheren Bergland bleibe es mit 22 bis 29 Grad etwas kühler. Auch am Sonntag werde es wieder sonnig und warm mit Temperaturen in der Spitze von 39 Grad.

Unterdessen hat der neue Ärztepräsident vor den neuen Extremtemperaturen Hitzepausen für Arbeitnehmer gefordert. "Wichtig ist, bei großer Hitze die Schlagzahl etwas herunterzufahren und - wenn irgendwie möglich - die ein oder andere Pause extra einzulegen", sagte der im Mai zum Präsident der Bundesärztekammer gewählte Klaus Reinhardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Arbeitgeber sollten es aus Fürsorge für ihre Mitarbeiter ermöglichen, dass bei extremer Hitze das Tempo gebremst wird."

"Flexible Regelungen" nötig

Rückendeckung kommt von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Arbeit bei den enormen Temperaturen ist gesundheitsgefährdend." Die klassische Pausenregelung sei "für die extreme Hitze nicht ausgelegt". Verordnete lange Mittagspausen nach Vorbild der Siesta in südlichen Ländern hält Lauterbach für falsch. "Notwendig sind flexible Regelungen."

Die Gewerkschaft IG BAU beklagte, es gebe zwar Regelungen, diese würden aber von zahlreichen Bauunternehmern gebrochen. "Viele stellen sich quer und ignorieren offenbar ganz bewusst die strengen Auflagen, um Kosten zu sparen", sagte IG-BAU-Sprecher Ruprecht Hammerschmidt der Zeitung. "In drastischen Ausnahmefällen lässt man lieber einen Bauarbeiter umkippen, als ihm eine Flasche Wasser hinzustellen."

(be/dpa)

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