Matthias Balk/dpa

Waldkraiburg: 25-Jähriger wegen Attentaten auf türkische Geschäfte festgenommen

10.5.2020 8:42 Uhr

In Waldkraiburg in Bayern ging die Angst unter türkeistämmigen Bürgerinnen und Bürgern um. Es gab insgesamt vier Anschläge auf Geschäfte von Menschen, die ihre Wurzeln in der Türkei haben. In den Social Media war sehr schnell der Verdacht von rechtsextremistisch und ausländerfeindlich motivierten Straftaten aufgekommen. Das könnte sich nach einer überraschenden Festnahme am Samstag in eine gänzlich andere Richtung drehen – festgenommen wurde ein 25-jähriger Mann, der nach Informationen der "Bild" deutscher Staatsbürger mit kurdischen Wurzeln sein soll.

Bei der Festnahme half nach ersten Berichten Kommissar Zufall. In einem Zug wurde am Freitagabend ein Mann kontrolliert, der keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen konnte. Bei der obligatorischen Durchsuchung des mitgeführten Gepäcks, wurden mehrere Rohrbomben gefunden. Unverzüglich ließen die Beamtinnen und Beamten den Bundespolizei den Bahnhof Mühldorf am Inn evakuieren.

Weitere Rohrbomben gefunden

Wie die "Bild" weiter unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, soll der mutmaßliche Täter noch am Ort der Festnahme die Anschläge in Waldkraiburg gestanden haben. Darüber hinaus soll er den Beamtinnen und Beamten mitgeteilt haben, dass sich in seinem Pkw in einer Tiefgarage und in seiner Wohnung weitere Bomben befinden würden. So konnten wohl an die 20 weitere Rohrbomben sichergestellt werden.

Noch am Samstag wurde der dringend Tatverdächtige einem Amtsrichter in München vorgeführt. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen des versuchten mehrfachen Mordes erlassen. Am Sonntag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz weitere Detail der Öffentlichkeit mitteilen.

(ce)

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