epa/Sergei Ilnitsky

Wahlleiterin mit Elektroschock überfallen

6.9.2019 18:47 Uhr

Die Chefin der zentralen Wahlkommission in Russland ist kurz vor den Regionalwahlen am Sonntag nach Angaben des Innenministeriums in Moskau überfallen worden. Ein maskierter Täter sei in der Nacht zum Freitag über ein Fenster in das Haus von Ella Pamfilowa eingedrungen und habe die Wahlleiterin mit einem Elektroschockgerät verletzt.

Der Täter sei danach geflüchtet, teilte die Sprecherin des Innenministeriums, Irina Wolk, mit.

Beamtin steht in der Kritik

Ermittelt werde wegen Raubs. Pamfilowa sei wohlauf und nehme Termine wahr, hieß es bei der Wahlkommission in Moskau. Die Beamtin steht in der Kritik, weil die Kommission zur Wahl des neuen Stadtrats in Moskau an diesem Sonntag Dutzende Oppositionelle nicht zugelassen hat. Die Wahlleitung schloss die regierungskritischen Kommunalpolitiker wegen angeblicher Formfehler aus.

Die Opposition hatte Pamfilowa auch bei Massenprotesten aufgefordert, faire und freie Wahlen zuzulassen. Der Ausschluss der Kremlkritiker und die massive Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten samt Tausender Festnahmen hatten international Kritik ausgelöst.

Gewählt wird am 8. September vor allem auf regionaler Ebene. Die Abstimmungen in allen 85 Regionen des Riesenreichs mit seinen 11 Zeitzonen gelten als wichtiger Stimmungstest für Kremlchef Wladimir Putin und die Regierungspartei Geeintes Russland. 56 Millionen Wähler sind zur Stimmabgabe aufgerufen – das ist fast die Hälfte der Wahlberechtigten Russlands.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.