epa/Kim Ludbrook

Wahlen in Südafrika

8.5.2019 11:20 Uhr

Bei den beginnenden Wahlen eines neuen Parlaments in Südafrika ist das alles bestimmende Thema: Armut und Korruption. Es ist die sechste demokratische Parlamentswahl seit der Abschaffung des rassistischen Apartheid-Regimes 1994.

Wegen wachsender Unzufriedenheit im Land dürfte die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) Umfragen zufolge Stimmen verlieren; sie kann aber erneut auf eine absolute Mehrheit hoffen. Bei der Wahl 2014 hatte der einst vom Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela geführte ANC noch 62 Prozent erreicht. "Lasst uns rausgehen und unsere mit großem Einsatz gewonnene Demokratie verteidigen", erklärte der ANC-Fraktionsvorsitzende Jackson Mthembu über Twitter.

ANC tue zu wenig für die Menschen

Die führende Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), kann Umfragen zufolge mit gut 20 Prozent der Stimmen rechnen. Viele schwarze Südafrikaner werfen dem ANC inzwischen vor, in 25 Jahren an der Macht zu wenig für die Menschen getan zu haben. Sie könnten sich nun der linksgerichteten Partei der Wirtschaftlichen Freiheitskämpfer (EFF) zuwenden. Beobachter erwarten, dass die Populisten ihren Stimmanteil von zuletzt gut 6 Prozent ausweiten werden.

Rund 27 Millionen Südafrikaner sind noch bis 21.00 MESZ aufgerufen, die 400 Abgeordneten des Parlaments sowie Provinzvertretungen zu wählen. Mit zuverlässigen Ergebnissen wird nicht vor Samstag gerechnet. Das neue Parlament wird dann den Staatschef wählen.

(an/dpa)