epa/Bienvenido Velasco

Wahlen im Zeichen der Korruptionsbekämpfung

3.5.2019 18:00 Uhr

Am kommenden Sonntag steht bei der Präsidentenwahl in Panama der Kampf gegen Korruption im Mittelpunkt. Vor drei Jahren war das mittelamerikanische Land durch die Veröffentlichung der Panama-Papers über Geldwäsche und Steuervermeidung international in die Schlagzeilen geraten.

Zudem sind viele Politiker und Beamte in den Schmiergeldskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verstrickt. Der Präsident ist in Panama nicht nur Staatsoberhaupt, sondern zugleich auch Chef der Regierung.

Als Favorit geht der Agrarunternehmer und frühere Agrarminister Laurentino Cortizo in die Wahl am 5. Mai. Der 65-Jährige kann auf eine gut geschmierte Wahlkampfmaschine der größten Partei des Landes PRD zurückgreifen und genießt den Rückhalt verschiedener politischer Lager und sozialer Gruppen. "Ich verfüge über die nötige Charakterstärke, um Entscheidungen für dieses Land zu fällen", sagte er zuletzt. "Das Volk hat es satt. Die Korrupten und Unfähigen sollen gehen und nie wieder zurückkommen." Um die weit verbreitete Korruption zu bekämpfen, will er unter anderem das Vergabeverfahren für öffentliche Aufträge reformieren.

Panama gilt als politisch stabil

Sein stärkster Herausforderer dürfte der ehemalige Außenminister Romulo Roux sein. Der Neffe des amtierenden Präsidenten Juan Carlos Varela und frühere Verwaltungschef des Panamakanals will die Unabhängigkeit der Justiz stärken, Steuern kürzen und neue Arbeitsplätze in der Landwirtschaft schaffen. Insgesamt bewerben sich sieben Kandidaten um das höchste Staatsamt. Neben dem Präsidenten wählen die Panamaer am Sonntag auch die Abgeordneten des Parlaments, Bürgermeister und Stadträte.

Im Gegensatz zu den von Gewalt geprägten Ländern im Norden Mittelamerikas gilt Panama als recht stabil. Mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 5,6 Prozent während der vergangenen fünf Jahre verfügt es über die zweitdynamistische Volkswirtschaft in Lateinamerika und der Karibik.

Der Panamakanal und der Finanzplatz sind die Stützen der panamaischen Wirtschaft. Seit der Veröffentlichung der Panama Papers kämpft das Land allerdings mit mäßigem Erfolg gegen den Ruf, ein Steuerparadies und Zentrum für Geldwäsche zu sein.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.