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Wagenknecht tritt nicht mehr als Linken-Fraktionsvorsitzende an

11.3.2019 15:39 Uhr

Erst vor wenigen Tagen hat die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht den Rückzu aus ihrer eigens gegründeten "Aufstehen"-Bewegung angekündigt. Obwohl sie im Januar noch davon sprach, dass sie sich eine erneute Kandidatur für den Fraktionsvorsitz vorstellen kann, kommt ihre jetzige Ankündigung unerwartet: Wagenknecht will nicht erneut für dieses Amt kandidieren.

In einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Berlin vorlag, begründete sie ihre Entscheidung mit gesundheitlichen Problemen. Zuvor hatte sie demnach den Fraktionsvorstand informiert.

Krank durch Stress und Überlastung

Die turnusmäßige Neuwahl der Fraktionsspitze steht im Herbst an. Bis dahin will Wagenknecht im Amt bleiben. Über ihren Verzicht auf eine neue Kandidatur hatten zuerst die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichtet. Wagenknecht war in den vergangenen zwei Monaten krank gewesen.

"Inzwischen geht es mir wieder gut. Allerdings hat mir die lange Krankheit, deren Auslöser in erster Linie Stress und Überlastung waren, Grenzen aufgezeigt, die ich in Zukunft nicht mehr überschreiten möchte", schrieb die Fraktionschefin nun. Auch nach dem Ende ihrer Zeit als Fraktionschefin "bleibe ich selbstverständlich politisch aktiv und werde mich weiterhin für meine Überzeugungen und sozialen Ziele engagieren", schrieb sie weiter.

Sie müsse eine neue Balance finden

Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass sich Wagenknecht aus der Führung der von ihr maßgeblich aufgebauten "Aufstehen"-Bewegung zurückziehen will. Dies hatte sie damit begründet, dass deren Leitung von Parteipolitikern auf Basisvertreter übergehen solle.

Sie verwies bei ihrer Entscheidung aber auch auf ihr eigenes Arbeitspensum. Nach dem "extremen Stress der letzten Jahre" sei sie zwei Monate ausgefallen und müsse nun eine neue Balance finden, sagte Wagenknecht.

In ihrer Partei stand Wagenknecht aus unterschiedlichen Gründen in den vergangenen Monaten wiederholt in der Kritik.

(sis/dpa)