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Wachstumsprognose für Eurozone deutlich gesenkt

7.2.2019 12:15 Uhr

Angesichts der schwächeren Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Italien hat die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Eurozone deutlich gesenkt.

In den 19 Staaten der Währungsunion werde für 2019 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,3 Prozent erwartet, teilte die Behörde in Brüssel mit. In ihrer Herbstprognose hatte die Kommission noch mit 1,9 Prozent gerechnet.

Handelsspannungen sind Gift

Auch für das kommende Jahr senkten die EU-Experten die Vorhersage. Sie erwarten nun ein Wachstum von 1,6 statt 1,8 Prozent. Es werde "in allen EU-Ländern" auch in diesem Jahr weiter Wachstum geben, erklärte Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Die Behörde habe "in erster Linie für die größten Volkswirtschaften des Euro-Währungsgebiets" ihre Prognose nach unten korrigieren müssen.

Grund dafür seien "externen Faktoren", erklärte Dombrovskis. Dazu gehörten "Handelsspannungen und der Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit in den aufstrebenden Märkten, insbesondere in China". In einigen Ländern würden zudem "erneut Bedenken hinsichtlich der Verflechtung zwischen Staat und Banken und der Tragfähigkeit der Schuldenlast laut". Und die Möglichkeit eines ungeordneten Brexit schaffe "zusätzliche Unsicherheit".

Deutschland produziert weniger Autos

Bei Deutschland verwies die Kommission auch auf eine "Verlangsamung seiner Autoproduktion", der teils Sonderfaktoren wegen der Einführung neuer Emissionsstandards zugrunde lagen. Für dieses Jahr erwartet Brüssel nun noch 1,1 Prozent Wirtschaftswachstum anstatt wie zuvor 1,8 Prozent.

Auch die Bundesregierung hatte vergangene Woche ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten korrigiert. Statt 1,8 Prozent Wachstum erwartet sie nun für das laufende Jahr nur noch ein Prozent.

Bei Italien strich die Kommission die Wachstumsaussichten für 2019 noch deutlicher zusammen. Statt 1,2 Prozent rechnet sie nun mit lediglich 0,2 Prozent. Brüssel verwies dabei insbesondere auf "Unsicherheiten" aufgrund der Haushaltspolitik der populistischen Regierung in Rom.

(bl/afp)