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Vorerst keine generelle Reisefreiheit für Europa-Sommerurlaub

21.5.2020 19:21 Uhr

Angesichts der Corona-Pandemie haben sich EU-Länder vorerst nicht auf eine Rückkehr zur generellen Reisefreiheit innerhalb Europas geeinigt. Auf der Grundlage bilateraler Vereinbarungen werde Sommerurlaub auch im EU-Ausland aber hoffentlich dennoch möglich sein, sagte Kroatiens Tourismusminister Gari Cappelli am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Kollegen. Die zuständigen EU-Behörden veröffentlichten derweil Leitlinien für Flugreisen während der Corona-Pandemie mit einer generellen Schutzmasken-Pflicht und Abstandsempfehlungen.

Die EU-Länder hätten sich nicht auf allgemein gültige Richtlinien für die Rücknahme von wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisebeschränkungen verständigen können, sagte Cappelli, dessen Land derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, nach der Videokonferenz. Reisen ins EU-Ausland könnten aber durch Vereinbarungen zwischen einzelnen Mitgliedsländern ermöglicht werden. Alles hänge derzeit von der Lage in den jeweiligen Ländern ab, betonte Capelli. "Wenn die epidemiologische Situation in zwei Ländern identisch oder sehr ähnlich ist", könnten die Behörden dafür sorgen, dass Reisen möglich sind.

Angesichts dieser Möglichkeit sagte der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, er sehe "gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können". Letztlich müsse sorgfältig abgewogen werden "zwischen Gesundheitsschutz, Reiselust und wirtschaftlichen Interessen".

Grenzöffnungen in der EU

Mehrere EU-Urlaubsländer haben inzwischen Grenzöffnungen zugesagt. Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis kündigte am Mittwoch den Start der diesjährigen Tourismussaison für den 15. Juni und die Öffnung der Hotels an. Internationale Flüge sollen demnach ab dem 1. Juli wieder schrittweise anlaufen. Italien will ab dem 3. Juni wieder Touristen ins Land lassen und die Flughäfen öffnen.

Österreich will bei den Grenzen nach Deutschland am 15. Juni folgen. In den Niederlanden sollen Urlauber ab dem 1. Juli wieder Campingplätze besuchen dürfen. Die Bundesregierung will ihrerseits Mitte Juni ihre weltweite Reisewarnung aufheben und durch Hinweise zu einzelnen Ländern ersetzen.Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) warnte, es dürfe "kein europäisches Wettbieten um Touristen" geben. Stattdessen brauche es ein "abgestimmtes und transparentes Vorgehen", das für alle "nachvollziehbar und tragbar ist".

Slowenien plant derweil, seinen Bürgern Gutscheine für Unterkünfte und andere touristische Dienstleistungen im Wert von 200 Euro für Erwachsene und 50 Euro für Minderjährige auszustellen, damit sie Urlaub im eigenen Land machen.

Zahlreiche Jobs in der Touristikbranche gefährdet

EU-Binnemarktkommissar Thierry Breton sagte bei den Beratungen der Tourismusminister, in der Branche stünden Millionen Jobs auf dem Spiel. Er verwies darauf, dass die Kommission kommende Woche ein Corona-Konjunkturprogramm vorstellen will, das auch die Reisebranche unterstützen soll.

Der Tourismus, der für fast zehn Prozent der EU-Wirtschaftsleistung steht, ist auch wegen Grenzschließungen und Grenzkontrollen vieler Länder praktisch zum Erliegen gekommen. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche Pläne für eine "stufenweise" Öffnung der Grenzen und Empfehlungen für Sicherheits- und Hygienemaßnahmen am Urlaubsort und in Verkehrsmitteln vorgelegt.

Leitlinien für Flugreisen

Um auch den Luftverkehr wiederzubeleben, legten die EU-Behörde für Luftfahrtsicherheit (EASA) und die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) am Mittwochabend Leitlinien für Flugreisen während der Corona-Pandemie vor. Demnach sollen alle Passagiere und Besatzungsmitglieder beim Betreten des Flughafens medizinische Schutzmasken anziehen und diese erst nach Erreichen des Reiseziels ablegen. Ausnahmeregeln seien für Kinder unter sechs Jahren denkbar. Die Masken sollen alle vier Stunden gewechselt werden.

Wenn die Auslastung des jeweiligen Fluges es zulässt, sollen nach dem Willen der EU ein Sitz pro Reihe oder jede zweite Reihe im Flugzeug freigelassen werden, um einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Fluggästen zu gewährleisten. Sollte dies aufgrund einer höheren Passagierzahl nicht möglich sein, soll strikt auf die ständige Einhaltung aller anderen Schutzmaßnahmen - Handhygiene, Husten- und Niesetikette und das Tragen einer medizinischen Schutzmaske - geachtet werden. Der Bordservice soll auf das Nötigste reduziert werden. Die EU wolle erreichen, dass sich Reisende auf ihren Flügen sicher fühlen, erklärte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) lehnt Abstandsregeln wegen der damit verbundenen Kostensteigerung allerdings ab.

(gi/afp)

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