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Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit während Corona

20.11.2020 8:06 Uhr

Die COVID-19-Pandemie geht an kaum einem spurlos vorüber. Besonders schwer wiegen die wirtschaftlichen Auswirkungen. Während einige Branchen besonders hart getroffen sind, zeigen sich in anderen Bereichen weniger negative Einflüsse. Die Selbstständigen gehören zu der Gruppe, die mitunter besonders schwer betroffen sind. Doch es gibt auch Gegenbeispiele.

Diese Selbstständigen leiden unter der COVID-19-Pandemie

In vielen Branchen zeigen sich die direkten Auswirkungen der Corona-Krise im Berufsalltag. Dabei ist es nicht der Virus selbst, der die Wirtschaft negativ beeinflusst, sondern die von den Regierungen eingeleiteten Gegenmaßnahmen. So steht Spanien fast vollständig unter Quarantäne, um die Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen.

Diese Maßnahmen beeinflussen auch Selbstständige. Besonders betroffen ist zum Beispiel die Hotel- und Gastronomiebranche. Bars und Restaurants müssen in weiten Teilen Europas strenge Auflagen einhalten. Zu diesen gehören reduzierte Gästezahlen und eingeschränkte Öffnungszeiten. Hotels kämpfen mit dem eingebrochenen Tourismus. Vor allem in Gebieten, die als Touristenzentren bekannt sind, stehen Selbstständige ohne Einkünfte dar.

Ähnlich sieht die Situation in der Unterhaltungsbranche aus. Wer als selbstständiger DJ oder Veranstalter tätig ist, hat in der Corona-Krise sehr wenig oder nichts zu tun. Diese Probleme bei Hotels, Gaststätten und Unterhaltern beeinflussen wiederum andere Berufe indirekt. Selbstständige betreiben oft Serviceunternehmen oder Getränkelieferanten. Bei diesen fehlen nun auch die Aufträge, da ihre Kunden weniger Umsatz haben.

Selbstständige Berufe, die von der Corona-Krise nicht betroffen sind oder sogar davon profitieren

In anderen Bereichen zeigen sich hingegen gar keine Auswirkungen oder Selbstständige haben sogar gut gefüllte Auftragsbücher. Das Internet spielt hier eine wichtige Rolle. Ein Übersetzungsbüro in Berlin beispielsweise ist trotz seiner lokalen Verortung nicht auf den direkten Kundenkontakt angewiesen. Alle notwendigen Daten können problemlos über das Internet verschickt werden. Man kann ohne Probleme aus dem Homeoffice arbeiten und seine Kunden bedienen. Durch die veränderte Wirtschaftslage gibt es zwar keinen höheren Bedarf für Übersetzungen, dafür aber auch keinen geringeren.

Ähnlich sieht dies bei vielen Internetdienstleistungen aus. Webdesigner und Experten für internationales SEO sehen sich mit einer steigenden Nachfrage konfrontiert. Viele Unternehmen stärken während der Corona-Pandemie bewusst den Absatzweg über das Internet und benötigen dementsprechend Dienstleistungen in diesem Bereich. Hinzu kommt, dass Auftraggeber spezifisch nach Dienstleistern im Internet Ausschau halten. Auf diese Weise lässt sich ein direkter Kontakt mit anderen Personen verhindern. Viele Menschen sind vorsichtig geworden, was diese direkten Kontakte anbelangt und nutzen nach Möglichkeit Internetdienstleister.

Darum sind Selbstständige durch die Corona-Situation besonders bedroht

Wer selbstständig tätig ist, der verfügt selten über große finanzielle Rücklagen. Ebenso sind diese Personen häufig alleine tätig. Somit ist diese Berufsgruppe auf ein konstantes Einkommen angewiesen. Während kurze Phasen mit niedrigeren Einkünften in der Regel kein Problem darstellen und bei einigen Branchen sogar einkalkuliert sind, sorgt die COVID-19-Situation für ganz neue Probleme. Besonders die Länge der Ausnahmesituation bringt viele Selbstständige in Schwierigkeiten. Über mehrere Monate hinweg fehlt ein Teil des Einkommens. Einige Selbstständige haben überhaupt keine Einnahmen.

Hinzu kommt, dass es keine Garantien gibt, dass die Nachfrage nach Ende der Corona-Krise innerhalb kurzer Zeit wieder zur Normalität zurückkehrt. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass es durchaus länger dauert, bis sich die Wirtschaft in der Gesamtheit von der Corona-Pandemie erholt. Aus diesem Grund müssen besonders Selbstständige flexibel in der Corona-Krise ein. Einige Selbstständige haben neue Möglichkeiten gefunden, ihre Dienstleistungen anzubieten. Mitunter war auch ein Branchenwechsel notwendig oder Selbstständige sind in ein Angestelltenverhältnis gewechselt. Wichtig ist, die Zeit der Krise zu überstehen und hinterher wieder in seine Berufung zurückkehren zu können.

(Hürriyet.de)

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