dpa

Vor Ostern Streiks an vier Amazon-Standorten

15.4.2019 11:51 Uhr

Verdi hat vor den Osterfeiertagen zu Streiks bei Amazon aufgerufen. Betroffen sein sollen die Standorte Bad Hersfeld (Osthessen), Rheinberg und Werne (Nordrhein-Westfalen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz).

In Rheinberg und Werne sollen die Proteste am längsten dauern. Dort sind Beschäftigte bis einschließlich Donnerstag zur Teilnahme aufgerufen. In Bad Hersfeld soll es bis einschließlich Dienstag gehen und sich in Koblenz auf den Montag beschränken. Verdi kämpft seit langem für einen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen. In ganz Deutschland hat Amazon zwölf Warenlager an elf Logistikstandorten und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 13.000 Festangestellte.

Kein Einfluss auf pünktliche Lieferungen?

Amazon teilte mit, dass die Streiks keinen Einfluss auf pünktliche Lieferungen hätten, denn die Mehrheit des Personals komme zur Arbeit. Zur Lohnfrage sagte ein Amazon-Sprecher in München: "Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist." In Deutschland beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten sind es im Durchschnitt 2397 Euro brutto im Monat.

"Willkür von Amazon beenden"?

Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte, die Gewerkschaft wolle die Willkür von Amazon beenden. Das Unternehmen setze seine Beschäftigten "mit Arbeitshetze und umfassenden Kontrollen unter Druck". Tarifverträge seien ein Zeichen für Respekt und Anerkennung. Amazon betonte: Man könne auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Der Tarifstreit mit Streiks begann im Mai 2013 zwischen der Gewerkschaft und dem Branchen-Primus.

(be/dpa)