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Vom Chelsea-Kracher "hängt alles ab"

25.2.2020 8:10 Uhr

Seine Stars sangen Hansi Flick ein Ständchen, ansonsten hatte der Trainer von Bayern München vor dem Kracher beim FC Chelsea keinen Kopf für seinen 55. Geburtstag. Flick steht vor der Revanche für das verlorene "Finale dahoam" massiv unter Druck.

Die Botschaft auf dem Flug nach London war zwar nicht neu, aber eindeutig. "Das ist die Königsklasse, der wichtigste Titel", hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon mehrmals betont: "Dieser Klub lechzt nach der Champions League. Davon hängt alles ab."

"Die heiße Phase beginnt jetzt"

Alles! Die Anspannung vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr) bei den Blues, die den Münchnern 2012 im eigenen Stadion eine der schmerzhaftesten Niederlagen der Vereinshistorie zugefügt hatten, ist entsprechend groß beim Rekordmeister. Ein erneutes Scheitern schon zum Start der K.o.-Phase in der Königsklasse wie in der vergangenen Saison gegen den späteren Cup-Sieger FC Liverpool dürfte den FC Bayern trotz aller Erfolge in der Bundesliga in seinen Grundfesten erschüttern.

"Klar haben wir international große Ansprüche, im letzten Jahr war die Enttäuschung nach dem Ausscheiden im Achtelfinale groß", sagte Rummenigge am Münchner Flughafen und betonte: "Wir werden versuchen, dass die Reise weitergeht. Unser Ziel ist es, ins Viertelfinale zu kommen." Auch Hasan Salihamidzic erhöhte zu Beginn der "Wochen der Wahrheit" den Druck auf Flick und die Profis. "Die heiße Phase beginnt jetzt", sagte der Sportdirektor dem kicker, "wir beobachten, an welcher Stelle wir etwas machen müssen."

Damit entscheidet der Ausgang des Duells auch über Transfers und Vertragsverlängerungen. "Unser Anspruch ist, in der Champions League eine gute Rolle zu spielen", betonte Salihamidzic, "und sie wieder zu gewinnen." Hört, hört!

Flick muss sich beweisen

Niko Kovac war letztlich am frühen Aus gegen Liverpool gescheitert. Nachfolger Flick muss beweisen, dass er auch Europa kann, um seine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus zu sichern. "Chelsea ist eine gefährliche Mannschaft. Wir müssen sie sehr ernst nehmen und konzentriert an die Sache rangehen", betonte Kapitän Manuel Neuer.

Der Europa-League-Sieger befindet sich unter Teammanager und Klublegende Frank Lampard im Umbruch und muss auf Schlüsselspieler N'Golo Kante verzichten. Dennoch gebe es "auch Spieler", so Thomas Müller, "die uns weh tun können. Aber wir sind selbstbewusst, der Spirit ist da".

Dramatische Erinnerungen ans Finale 2012

Auch 2012 waren die Bayern klarer Favorit - doch dann entriss ihnen Chelsea um Kapitän Lampard und Stürmerstar Didier Drogba auf dramatische Art den Henkelpott. Er erinnere sich "lieber an das nächste Finale", sagte Salihamidzic.

Doch nicht nur bei jener magischen Wembley-Nacht 2013 setzte der Rekordmeister auf der Insel Ausrufezeichen: ein 5:1 2017 beim FC Arsenal, das historische 7:2 bei Tottenham Hotspur im vergangenen Herbst. Kein Wunder, dass Neuer betonte, "dass wir an London gute Erinnerungen haben".

Jerome Boateng und Benjamin Pavard dürften nach ihren Gelbsperren in der Bundesliga beginnen. Auch Leon Goretzka stand nach muskulären Problemen beim Abschlusstraining am Morgen in München auf dem Platz.

Rüdiger vermisst die "Torgier"

Chelseas Antonio Rüdiger baut vor allem auf Lampard. "In solchen Spielen kann so ein Trainer ein sehr, sehr großer Faktor sein", sagte er dem SID. Neidisch blickt der Nationalspieler dagegen auf Bayern-Tormaschine Robert Lewandowski: "Wir vermissen manchmal den Killerinstinkt, wie ihn zum Beispiel Lewandowski hat. Einfach die Gier nach mehr, diese Gier vor dem Tor." -

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Chelsea: Caballero - Azpilicueta, Christensen, Rüdiger - James, Jorginho, Kovacic, Alonso - Barkley, Mount - Giroud. - Teammanager: Lampard

München: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Thiago - Gnabry, Müller, Coman - Lewandowski. - Trainer: Flick

Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)

(bl/afp)

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