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Volkan kostet Fenerbahce wichtige Punkte

9.3.2019 19:05 Uhr, von Christian Ehrhardt

Im Abendspiel am Samstag trafen Tabellenführer Basaksehir und der derzeitige Mitabstiegskandidat Fenerbahce Istanbul aufeinander. Doch nicht nur die Tatsache, dass beide Teams in Istanbul beheimatet sind, machte die Partie so spannend. Fenerbahce brauchte die Punkte extrem dringend, um aus dem Keller nach oben zu kommen. Mit einem Sieg würde man aber dem ungeliebten Stadtnachbarn Galatasaray Istanbul helfen, der aktuell als ärgster Verfolger des Ersten den zweiten Tabellenplatz belegt. Eine ganz brisante Mischung. Am Ende kosteten kapitale Fehler von Volkan Demirel sowie das Versagen vor dem Tor von Miha Zajc die Kanarienvögel wichtige Punkte und Basaksehir konnte die Partie mit 2:1 für sich entscheiden.

Fenerbahce machte schnell deutlich, hier und heute würde es wohl eher keine Gastgeschenke geben. Die Kanarienvögel wirkten hochkonzentriert. Hinten stand das Team sicher und man war nicht bereit, der Ü30-Truppe zu viel an Spielraum zu lassen. Wie so häufig, versuchte der Tabellenführer früh Druck zu machen und ein schnelles Tor erzielen, um sich dann, wenn die Kräfte nachlassen, zurückfallen zu lassen und nur noch die notwendigen Strecken zu laufen. Doch Fenerbahce war darauf vorbereitet und hielt die Fehlerquote noch niedrig.

Volkan mit einem groben Schnitzer

Doch in der 19. Minute ging die Taktik nicht auf und man sah einen "typischen Volkan". Flanke in die Box von Fenerbahce, eigentlich todsichere Beute für jeden Kreisklasse-Keeper, aber Volkan traf den Ball beim Abwehrversuch nicht richtig. Er "streichelte" die Kugel hoch in die Luft, die dann direkt vor die Füße von Robinho fiel und der ließ so ein Geschenk aus weniger als fünf Metern nicht entgehen – 1:0 und das Tor muss sich Volkan Demirel ganz alleine ankreiden lassen.

Nach dem Treffer war Fenerbahce sichtlich bemüht, die Kugel aus dem Einflussbereich von Volkan fernzuhalten und konzentrierte sich noch mehr auf die Defensivarbeit. Im Hinterkopf hatte man wohl das Match gegen Besiktas, als man einen 3:0-Rückstand egalisierte. Das klappte jedoch nicht mehr vor dem Halbzeitpfiff und so ging es mit dem knappen Vorsprung von Basaksehir in die Kabinen.


Würde Fenerbahce wie gegen Besiktas die zweite Halbzeit gehören?

Der Tabellenführer tat zu Beginn der zweiten 45 Minuten exakt das, was man von ihm erwarten konnte und was man kennt - sich zurückfallen lassen und den Bus im eigenen Strafraum parken. Zwei Viererlinien standen hinten bereit, um die Räume eng zu machen. In der 51. Minute hätte es dann klingeln müssen. Wunderbar getimte Flanke in die Box, Miha Zajc stand völlig alleine vor dem Tor und köpfte die Kugel unbedrängt neben das Tor. So erbärmlich und jämmerlich muss man freistehend vor dem Tor erst einmal vergeben. Das kann nicht jeder.

In der 60. Minute gab es den Startschuss zu den obligatorischen Tomatenanfällen des Referees. Hüseyin Göcek sah ein astreines Handspiel von İrfan Can Kahveci im Mittelfeld nicht. Das wiederholte der unsägliche Mann im schwarzen Dress dann nochmals in der 62. Minute - diesmal allerdings im Strafraum von Arda Turan, dem die Kugel an den ausgestreckten Arm sprang. Das nicht zu pfeifen hatte schon ein arges Geschmäckle, wenn man weiß, wie schnell in der Süper Lig normalerweise Hand abgepfiffen wird. In der 69. Minute setzte es dann eine Gelbe für Serdar Aziz, bei der man als Zuschauer auch nur ganz ungläubig den Kopf schütteln konnte. Mit zunehmender Spieldauer fand eine stärker werdende Einflussnahme des Unparteiischen aufs Spiel statt.

Attamah mit einem riesigen Bock

In der 73. Minute konnten dann aber doch die Fenerbahce-Fans feiern. Langer Ball nach vorne in die Hälfte des Tabellenführers. Joseph Attamah wollte seinen Keeper Mert mit einem Kopfball ins Spiel bringen, aber Roberto Soldado spurtete dazwischen, lupfte über den Keeper und drin war der Fisch - 1:1. Und nun drehten die Kanarienvögel auf. In der 76. Minute verhämmerte Zajc dann die dritte tausendprozentige Chance, als wieder frei vor dem Tor drüber schoss. Aber man merkte, der Ausgleich hatte den Tabellenführer geschockt und die Luft war raus bei der betagten Truppe. Und noch waren gut 14 Minuten zu spielen.

In der 83. leistete sich Volkan den zweiten kapitalen Bock im Spiel. Mossoro marschierte rechts in die Box und Volkan versuchte völlig ungelenkt den Winkel zu verkürzen. Das nutzte Mossoro zu einem Passversuch auf Stefano Napoleoni, an dem Volkan mehr oder minder vorbei rutschte und Napoleoni machte aus wenigen Zentimetern das 2:1 für den Tabellenführer. Diese zwei Tore kann sich Volkan ganz groß auf die Fahne schreiben. Es blieb dann auch bei diesem Ergebnis, durch das Fenerbahce immer mehr in Not kommt.

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