Hürriyet

Vogelparadies in der Türkei trocknet aus: Aus Marmara-See wird Marmara-Wüste

10.12.2020 15:07 Uhr

Die Dürre hat im Marmara-See in Manisa, der als "Vogelparadies" bekannt ist, gefährliche Ausmaße erreicht. Während die Tiefe des Sees nur noch ca. 40 Zentimeter beträgt, zogen bereits die Fischer ihre Boote an Land. Zugvögel haben ebenfalls damit begonnen, das Gebiet des Sees zu verlassen. Der Präsident der Landwirtschaftskammer von Manisa Salihli, Cem Yalvac, erklärte, dass kräftiger Regen die einzige Hoffnung sei.

Der Marmara-See, der vom türkischen Ministerium für Umwelt und Urbanisierung in Manisa als "Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung" registriert wurde und 101 Arten von 421 gefährdeten Vogelarten, insbesondere Pelikane, beherbergte, ist kurz vor dem Austrocknen. Die landwirtschaftlichen Bewässerungen während der Sommermonate und das Fehlen von Niederschlägen ließen nun die Alarmglocken läuten.

Rafet Kerse, Präsident der Fischereigenossenschaft Gölmarmara, sagte, dass in dem See nur noch 1 bis 2 Fischer angeln könnten. "Die Situation ist wirklich schlecht... Die Tiefe des Sees beträgt rund 50 Zentimeter. An einigen Stellen beträgt die Tiefe nur 30 Zentimeter. Leider können im See derzeit keine Fischereitätigkeiten ausgeübt werden. Er besteht derzeit fast nur aus Schlamm und Lehm. Es gibt keine Quelle, um den See wieder zu füllen. Die Tatsache, dass es nicht geregnet hat, hat uns elend gemacht", erklärte Kerse.

Familien, die ihren Lebensunterhalt mit dem Fischen in der Region verdienen, würden somit in diesem Jahr große Schwierigkeiten erleiden – genauso wie die Vögel, die sich nun eine neue Bleibe suchen müssen. Aus dem Marmara-See ("Marmara Gölü") wird von Tag zu Tag immer mehr eine Marmara-Wüste ("Marmara-Cölü").

(gi)

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