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Virusangst breitet sich in der Türkei schnell aus

2.5.2020 15:20 Uhr

Die Angst vor der Coronavirus-Pandemie nimmt in der türkischen Gesellschaft rapide zu, wie eine Studie der Üsküdar-Universität in Istanbul gezeigt hat. Die Universität untersuchte die Pandemie anhand von Online-Fragebögen in 81 Provinzen. Insgesamt haben 6318 Personen an der Untersuchung teilgenommen.

Frauen in der Türkei empfinden mehr Angst, Unruhe und Unbehagen als Männer, wenn sie an Covid-19 denken und Angst haben, aufgrund des Virus ihr Leben zu verlieren. Während 49,6 Prozent der Teilnehmer über die Unsicherheit im Zuge des Ausbruchs besorgt sind, folgt mit 40,9 Prozent die Sorge, die sozialen Bindungen zu verlieren.

35,3 Prozent der Befragten äußerten ihre Sorge, was mit Familienmitgliedern geschieht, ob sie erkranken oder gar versterben könnten. Die Studie zeigt, dass Ängste wie unzureichende Gesundheitsversorgung, mangelnder Zugang zu Schutzausrüstung, wirtschaftliche Probleme, Unterbrechung der Bildung, Ausgangssperren, psychischer Status der Familienmitglieder, mangelnde physische Sicherheit und Arbeitslosigkeit auch während der Pandemie durchlebt wurden.

Es steht eine Zeit der "Einsamkeit" bevor

Fast 82 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sich ihre Gedanken gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen in diesem Prozess positiv entwickelt haben. Rund 58 Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, dass die Türkei im Kampf gegen die Pandemie in der Studie erfolgreicher war als die anderen Industrieländer, was auch die Wahrnehmung hinsichtlich des Managements der Bedrohung durch das Coronavirus offenbarte. Während diejenigen, die in der Region Ostanatolien leben, in Bezug auf Angst und Unruhe am stärksten betroffen waren, lag die Ägäisregion laut der Studie an zweiter Stelle.

Das sorgloseste Segment in Bezug auf die Pandemie waren diejenigen, die in der Schwarzmeerregion lebten. "Die Menschheit sollte darauf vorbereitet sein, von nun an isolierter zu leben", sagte der Psychiater Nevzat Tarhan. "Einsamkeit wird für einige Jahre unser Leben dominieren. Die Menschen sollten sich in dieser Zeit des Alleinseins auf Methoden zum Schutz der psychischen Gesundheit konzentrieren", fügte Tarhan hinzu.

(ce)

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