epa/Dan Currier

Virginias Gouverneur doch nicht rassistisch?

3.2.2019 9:42 Uhr

Das Foto aus dem Jahr 1984, welches zu Rücktrittsforderungen geführt hat, zeigt nun doch noch nicht den amerikanischen Gouverneur von Virginia. Das erklärte zumindest der Gouverneuer Ralph Northam in einer Stellungnahme. Das Bild zeigt zwei nicht identifizierbare Personen auf einer Party - eine mit schwarz geschminktem Gesicht in versuchter Nachahmung eines Afroamerikaners, die andere in der typischen Kutte des rassistischen Ku-Klux-Klans.

Der Politiker hatte in einer ersten Stellungnahme am Freitag erklärt, das Foto zeige ihn "in einem Kostüm, das eindeutig rassistisch und beleidigend ist". Er könne sich für sein "verletzendes" Verhalten aus heutiger Sicht nur entschuldigen. Vergleiche mit dem Ku-Klux-Klan und das Schwarzschminken von Gesichtern gelten in der US-Gesellschaft als absolutes Tabu. Deshalb hagelte es Rücktrittsforderungen, auch aus Northams eigener demokratischer Partei.

Am Samstag sagte der Gouverneur dann bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz an der Seite seiner Ehefrau: "Das bin definitiv nicht ich." Er habe recherchiert und Familienmitglieder sowie Studienfreunde befragt und herausgefunden, dass er zur fraglichen Zeit gar nicht in Virginia war. Er habe das Jahrbuch auch nicht gekauft.

Das umstrittene Foto, welches Ralph Northam zeigen soll und weswegen er zurücktreten soll (Quelle: ZUMA Press)

Seine Kritiker vermochte er damit nicht zu besänftigen. Die Senatoren Tim Kaine und Mark Warner - einst selbst Gouverneure von Virginia - erklärten nach der Pressekonferenz ihres Parteifreunds, er sei nicht länger tragbar und müsse zurücktreten.

Selbst US-Präsident Donald Trump schaltete sich ein und rügte Northams Verhalten auf Twitter als "unverzeihlich". Außerdem ließ er eine Spitze gegen das Wahlkampfteam des Republikaners Ed Gillespie los, der Northam bei den Gouverneurswahlen 2017 unterlegen gewesen war: Gillespie sollte seine damaligen Helfer wegen "Pflichtversäumnis" zur Rechenschaft ziehen, schrieb Trump. "Wenn sie dieses schreckliche Bild vor der Wahl entdeckt hätten, hätte er mit 20 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen!"

(an/dpa)