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Vierköpfige türkische Familie unter Polizeischutz aus Rheinbad geleitet

30.6.2019 12:40 Uhr

Eine Hitzewelle überzieht Deutschland. Was tut man bei diesem Wetter? Man sitzt in klimatisierten Räumen oder sucht das Freibad und Seen in der Nähe zur Abkühlung auf. So auch in Düsseldorf. Dort entspannten Badegäste am Samstag im Rheinbad, das nicht weit von der Düsseldorfer Messe im Stadtteil Stockum liegt. Doch irgendwann im Laufe des Nachmittags hat sich die Stimmung verfinstert - und das lag nicht am Wetter. Zum guten Schluss waren rund 70 Polizisten der Polizei Düsseldorf im Einsatz, das Rheinbad wurde wegen eines Streits, in den letztlich eine dreistellige Zahl an Menschen involviert war, geräumt und schließlich vorzeitig geschlossen. Auslöser: Ein Streit aus bisher nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen.

Das ganze Szenario war am gestrigen Samstagnachmittag gegen 17.45 Uhr MESZ noch unduchsichtig. Heute klärten sich die Sachverhalte laut Polizei in Düsseldorf weitgehend auf. Es kam zu einigen Anrufen bei der Polizei, weil sich eine größere Gruppe an Männern im Bad "verhaltensauffällig" zeigte. Zwischen den Männern kam es offensichtlich zu einem Streit und es strömten Zuschauer rücksichtslos als Gaffer hinzu. Dabei wurden unbeteiligte Badegäste belästigt, bedrängt und auch beleidigt.

Vierköpfige mutmaßlich türkische Familie unter Polizeischutz aus Rheinbad geleitet

Einem Badegast mit türkischen Wurzeln, der mit seiner vierköpfigen Familie badend vor Ort war, missfiel die sensationsgierige Rücksichtslosigkeit offensichtlich und er tat seinen Unmut darüber verbal kund. Ob es nun aufgrund der Sprachbarriere zwischen dem Mann mit mutmaßlich türkischen Wurzeln (laut polizeilichen Angaben) und dem Gegenüber mit nach Zeugenangaben nordafrikanischen Wurzeln zu Verständnisproblemen bei der Beilegung des Streites kam, wird Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen sein, wie die Polizei mitteilt. Zu den Jugendlichen, die mit dem Familienvater stritten, stießen immer mehr Jugendliche mit möglicherweise nordafrikanischem Hintergrund und es entwickelte sich eine massive Bedrohungssituation für die vierköpfige türkische Familie, die aber auf der verbalen Ebene und leichten Schubsereien blieb, bis die Polizei eintraf.

Der Familienvater musste später laut Angaben der Polizei vom großen Polizeiaufgebot - mehr als 60 Beamtinnen und Beamte waren im Einsatz - unter Polizeischutz aus dem Rheinbad in Düsseldorf Stockum geleitet werden. Die Aggressoren erhielten eine Gefährderansprache und Platzverweise, denen aber nur zögerlich und widerwillig nachgekommen wurde. Auch die Beamtinnen und Beamten der Düsseldorfer Polizei wurden dann teilweise beleidigt, bepöbelt und es gab vergebliche Versuche, die Polizistinnen und Polizisten mit Getränkekartons zu bewerfen. Die Leitung des Bades entschloss sich dann, das Bad zu schließen. Das Hausrecht musste unter Mithilfe der Polizei durchgesetzt werden.

Bildquelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Auch bei der Abreise der Männergruppen kam es dann zu weiteren Auffälligkeiten und die Polizei musste die Abreisenden begleiten, um weitere mögliche Straftaten im Bereich des Messebahnhofs zu verhindern. Auch danach fuhr die Polizei in besagtem Gebiet in Stockum an der Messe Düsseldorf verstärkt Streife. Es kam aber zu keinen weiteren Störungen.

(Hürriyet.de)